Finnische Gegebenheiten, meditative Holzarbeit 2.0

Montag, 03.12.2018

Hätte mir im April jemand gesagt, dass ich nen Teil eines Blogeintrags finnischer Bettwäsche widme, dann hätte ich Denjenigen/ Diejenige (muss man ja dazuschreiben in der heutigen emanzipierten Gesellschaft, oder, wie es in meiner Bachelorarbeit der Fall war, den Vermerk ergänzen, dass der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet wird, aber beide gemeint sind - puh, ist das umständlich! :-D ) für verrückt erklärt ! :-)

Aus aktuellem Anlass, nämlich dem Neubeziehen meines Bettes vorhin, muss ich es erwähnen. Da ist mir nämlich aufgefallen, dass es einen entscheidenden, positiven Unterschied zu deutscher Bettwäsche gibt: finnische Bettbezüge haben oben außen jeweils noch ein Loch bzw. eine absichtliche Öffnung, um mit einer Hand hineingreifen und die Bettdecke ordnen zu könne, wenn sie nach unten gerutscht ist - wie unglaublich praktisch, ehrlich! :-) Ich weiß nicht, wie das Andere machen, aber meine Bettdecke hat nach einer Woche immer ein Eigenleben und "wurschtelt" sich irgendwohin, nur nicht dorthin, wo sie egtl. sein soll - nämlich gleichmäßig und ordentlich verteilt im ganzen Bettbezug. Zur Verteidigung deutscher Bettbezüge muss man sagen (und gleichzeitig IKEA-Designer loben), dass manche Bettbezüge, wie mein blau-grün-kariertes Lieblingsbettzeug zuhause, am unteren Ende mittlerweile eine 30cm lange Öffnung, statt Knopfleiste oder Reißverschluss haben, durch die man das Innenleben schon ganz gut in Ordnung bringen kann..:-)

Zum "Testen der Bettwäsche" darf Socke seit gestern jeden Morgen 5min ins Bett, damit wir gemeinsam unsere Adventskalender aufmachen können. Richtig, mein Knopfi hat seinen eigenen Hundekalender, der pünktlich zum 1.12. von Simone hierher geschickt wurde :-).

Wo wir schonmal bei finnischen Gegebenheiten sind, ist der Sprung von Bettwäsche nicht weit zum Ausschlafen: das kann man in Finnland nämlich an Nikolaus, da der 6.12. hier Nationalfeiertag (Unabhängigkeitstag, Finnlands Geburtstag) ist. Wie geil ist das denn??! :-) Da muss man nicht, so wie ich als Kind (ok, ich geb es zu, auch mit 33 noch *lol*) morgens 6.15Uhr fix zu den Schuhen flitzen, sich freuen, naschen und dann zurückflitzen ins Bad zum Zähne putzen/ waschen/ anziehen etc., sondern kann ausschlafen und später gucken, was da Feines in den Stiefeln versteckt wurde - falls man nicht zufällig 2 verfressene Brüder hat, die einem möglichweise was aus den Schuhen klauen, wenn man zu spät dran ist..:-D!

Ansonsten ist es auch hier in der Vorweihnachtszeit Brauch, Lebkuchenhäuser zu backen und zu bauen und kleine Lebkuchen zu essen, auf Englisch Gingerbread. Total lecker, ich durfte schon naschen..!

Finnische Kinder haben im europäischen Vergleich übrigens auch die kürzesten Schultage und bekommen generell sehr wenig Hausaufgaben - was man hier nicht alles lernt als WWOOFer/in... Unter Anderem bestand die Lektion in der vergangenen Woche aus "Rückwärts-Quadfahren", aber mit Anhänger. Ich kann mit Quad vorwärts und rückwärts fahren, aber rückwärts mit Anhänger nur in der Theorie, wie schonmal im Sommer erwähnt, als ich in Nordkarelien 2 Kanuten mit Van samt Anhänger abholen musste und nicht wenden konnte. In der Theorie alles klar und logisch, aber der Quad mit Hänger reagiert sehr sensibel auf jede Bewegung, sodass ich mehrfach 2m vorfahren musste zum Korrigieren, es aber dann  zügig hinbekommen habe, 25m rückwärts in eine Sackgasse zu fahren, damit wir Holz aufladen konnten - oleoleoleoleeee! :-) Dasselbe Spielchen später nochmal, als der Quad samt vollem Hänger am Hang nicht weiterkam und die Räder durchdrehten: also vorsichtig gerade rückwärts herunterrollen lassen, nochmal weiter rechts probiert, nicht zuwenig und nicht zuviel Gas geben - funzte! :-)

Nach Feierabend bin ich fleißig dabei, meine im Sommer für mich entdeckten, meditativen Holzarbeiten zu gestalten: diesen Baumstumpf hab ich hier auf dem Gelände gefunden und nachdem Esa, der Farminhaber, ihn ein wenig mit der elektrischen Handsäge bearbeitet hat, schnitze ich die Form und Feinheiten nun mit einem Schnitzmesser. Dauert eine ganze Weile, aber da es ab 16.30 so gut wie dunkel ist und die Sauna (der nächste finnische Brauch: so oft es geht und möglichst in Gesellschaft) nur alle 2 Tage abends eingeheizt wird, bleibt genügend Zeit.. Ebenso wie für den Schaukelstuhl vom Flohmarkt, der seit gestern endlich fertig abgeschliffen ist. Aber nach 3h Abschleiferei mit Sandpapier war es auch für mich genug mit mediatitiver Holzarbeit.. 🙈

Socke liegt währenddessen brav unter der Bank oder tobt mit Napsu, wahlweise draußen im Schnee oder quer durchs Wohnzimmer. Er hat sich prima eingelebt und genießt morgens und nachmittags die große Runde, die ich mit beiden Hunden laufe - durch die verschneite Landschaft ist das natürlich erst recht toll. Das Licht morgens ist an kalten, klaren Tagen besonders schön, wie die Sonnenaufgang-Fotos vom vorletzten Blog zeigen. Da waren wir ne halbe Stunde eher dran als vorgestern:

 Bis bald,

Caro und Socke 

Winter/ Ausflug nach Skogby + Ekenäs

Sonntag, 25.11.2018

So allmählich sind seit einigen Tagen endlich Minustemperaturen, das bedeutet tolles Licht,  wunderschöne Sonnenaufgänge, blauer Himmel mit Sonnenschein tagsüber und klare Nächte. .wunderschön zum Gassi gehen, für verschiedene Arbeiten  draußen und auch für die Seele..:-)

Die Tage hier sind (bis es gegen 17Uhr dunkel ist) gefüllt mit Arbeiten, die im Sommer liegen bleiben, wie z.B. das Gelände in Ordnung bringen, Heu-Unterstand bauen, Feuerholz holen/ sortieren, mit der Heckenschere bearbeiten und schichten, Ziegen füttern und Stall reinigen.. 

In den Pausen übe ich mit Socke immer wieder "Ziegen-nicht-jagen"..puh, ist aber schwierig :-🙈😳 Er schnallt einfach nicht, dass die nicht mit ihm spielen wollen.. Neulich beim Schmusen, also in Ziegensprache Kopf-an-Kopf-reiben :-), hab ich mir deren Augen mal näher angeschaut: die haben tolle, dunkle rechteckige Pupillen, sieht eigenartig aus..

An den Wochenenden ist aber frei und Zeit für längere Spaziergänge, für Ausflüge zu Flohmärkten oder ans Meer, wie am letzten Samstag/ Sonntag :-). Da bin ich erst in Salo gewesen, auf einem großen Secondhandmarkt und anschließend war ich mit Socke dort am Fluss spazieren. Sonntag ging es Richtung Küste in die Nähe von Skogby, um das Meer (seit Ende Mai) endlich wieder zu genießen und am Strand spazieren zu gehen - tolle Stimmung, tolles Licht! 

Letzten Mittwoch wollte Esa, der Farmbetreiber, nach Fiskars, wo wir ebenfalls auf einem Flohmarkt waren, weil er nach ein paar Kleinigkeiten gesucht hat. Da das ein halber freier Tag war, wurde einfach getäuscht, denn er benötigte am Samstag Vormittag, also gestern, noch ein wenig Hilfe. Hinterher, gegen Mittag bin ich los, nochmal nach Fiskars und später nach Ekenäs an den Fjord. Aus Fiskars hab ich einen tollen, günstigen Schaukelstuhl abgeholt (jaaaa, er passte in den Raumwunder-Micra, jawoll!), den ich in den nächsten Wochen abends mit Sandpaper abschleifen und neu lackieren möchte. Ab Dezember steht er dann in Simones Red House in Eräkeskus, als Chillout-Zone für alle Mitbewohner und für mich, da ich meinen Hängesessel gerade nicht dabei habe :-). 

In Ekenäs hatte ich das Glück, beim Einkauf eine Flasche Wein umsonst zu bekomme, da die zwar über das Band gezogen, aber irgendwie nicht registriert wurde und somit nicht auf dem Kassenzettel auftauchte..:-) 

Von dort aus sind wir zu einer kleine Halbinsel gefahren, die vom Fjord umschlossen wird, wunderschön zum Spazieren bzw. baden im Sommer. Socke hatte übungshalber ein (schickes grünes) Zuggeschirr an, damit er sich langsam daran gewöhnen kann. Weit konnten wir aber nicht, weil ab 16.30Uhr die Dämmerung einsetzte und ich ausnahmsweise kein Headlight dabei hatte.. Sah aber trotzdem toll aus im Abenlicht:

Bis bald, wir genießen jetzt den nahenden finnischen Winter..

Caro und Socke

Crazy Collie kommt zu Wort: Karjalohja/ Südfinnland

Donnerstag, 15.11.2018

Boooaaaah, Ziegen! ! Da stehen tatsächlich Ziegen und ich bin ein Hütehund!! :-) Wow, endlich hab ich auch 'nen richtigen Job!

Und vier Katzen gibt es hier auch...die kann ich quer und längs durch die Küche jagen...! :-) Uiiii, ein Eichhörnchen - der Hammer, ich muss hinterher! Halt, Ziegen-hüten war ja angesagt...:-)

Puh, so geht das nicht, also schön langsam ("eeeasy, Socke", sagt dann Frauchen immer) und von vorn:

Als ich mit ihr am 11.11., nach ca. 7/8h Fahrt in Karjalohja gegen 19.45Uhr ankam, war alles neu, alles schnupperte toll! Wir wollten ja egtl eher hier sein, aber mein Frauchen brauchte etwas länger, wie immer - der Abschied von Eräkeskus verzögerte sich durch einen letzten Zwingerbesuch und Puppie-Spaziergang. Aber ich versteh sie schon, die sind alle toll und so groß geworden, so süß die Bande.. Hat sie euch das Allertollste erzählt?! Ich durfte sie auf dem letzten Spaziergang mit den Tosca-Puppies begleiten - wow, soviele kleine, coole, wuselige Freunde, mit denen ich rumsausen konnte! :-) Da waren mir sogar die Eichhörnchen egal..

Die sehe ich hier jetzt andauernd, scheint irgendwo in Karjalohja ein Nest zu sein. Bei den täglichen Morgenrunden mit Napsu, dem kleinen, fixen Farmhund, entdecke ich, neben vielen tollen Stöcken, immer wieder Eichhörnchen - aber ich bin zu langsam..grmpff. Ist so ähnlich wie Sascha Grammels Schildkröte Josie beim Speed-Dating: immer wenn sie an den nächsten Tisch kam, hat es schon geklingelt :-) - und immer wenn ich an den entsprechenden Baum geflitzt komme, ist das blöde Eichhörnchen längst weg..

Untergebracht sind wir in einem Caravan vor dem Bauernhaus: da kann ich prima aufs Bett hüpfen, draußen die Lage peilen und Ausschau nach den vier Katzen halten, wenn ich unbeobachtet bin:-). Nupsu, eine hübsche graue Katze, sieht aus wie unser Miko im alten Zuhause in Leonberg.. Frauchen schimpft immer, wenn ich eine der Katzen durch die Küche jage - aber ich mag sie doch so gern..😇  Neuerdings schimpft sie aus Versehen öfter auf Englisch, weil sie mit der Farm-Familie und Sophie, der dänischen WWOOFerin, nur Englisch spricht - aber es klingt genauso böse, daher weiß ich genau, wann ich was falsch gemacht (z.B. Katzenfutter geklaut) habe und wechsel unauffällig den Raum 🙄😳.. 

Sauna und Badetrog im Garten:

Nun sind einige Tage vergangen, wir haben uns eingelebt und sind viel gemeinsam mit Sophie und dem kleinen Napsu draußen, z.b. neulich am See unterhalb des Hauses. Boaaah, wir sahen nach 2h herumtoben wirklich aus wie Sau, während die Mädels mehrere Anhänger voll Matsch für die Felder schaufeln mussten, welcher als Dünger für die Felder verwendet wird. Dabei musste ich lernen (grmpff, wie immer), den Quad nicht anzubellen und durfte auch die Ziegen nicht jagen, obwohl es schon cool war, sie von außen am Zaun entlangflitzen zu sehen:-). Und duschen lassen musste ich mich nach dem Matschtag auch...🙈🙄

Nachdem wir am See fertig waren, wurden die Ziegen mit Gemüse und Kartoffeln gefüttert und anschließend Holz geholt mit Quad samt Anhänger. Aber ich darf nicht jedesmal mit - sehr schade, dabei räume ich so gern die finnischen Wälder auf und schleppe Stöcke durch die Gegend, aber scheinbar anders, als es mit einem Anhänger als Sammelstelle gemacht werden muss:-).

Dann schlafe ich halt eine Runde im Caravan und "helfe" später wieder. Es gibt nämlich auch innen genug zu tun und da es mittlerweile schon zeitig dunkel wird, nutzen wir dafür den späteren Nachmittag. Wenn Frauchen z.b. ganz viele Mandarinen schälen und Saft machen muss, lenke ich Napsu ab, suche eine der Katzen unter dem Bett im Schlafzimmer oder klaue Handschuhe im Flur, sobald keiner hinschaut..😁😬

Wer weiß, was mir noch so einfällt in den nächsten Wochen hier, ich denk mal scharf nach...😇

Socke

Wieder zurück: Eräkeskus :-)

Samstag, 10.11.2018

Der Plan war ja egtl, am 2.11. gegen 9Uhr in  Merasjärvi Richtung Eräkeskus zu starten, allerdings wurde durch packen, durchsaugen, Hunde verabschieden etc. 10/ 10.15Uhr draus. Naja, Pläne sind da, um geändert bzw aktualisiert zu werden :-), ist ja nix Neues. 😬

Die ersten 320km bis Tornio waren zum Teil noch bzw immer wieder vereist, schneematschig und anstrengend zu fahren, sodass wir da schon länger brauchten als geplant. In Oulu, ca 400km von  Merasjärvi und 320km von Eräkeskus entfernt, waren wir, nach einer Gassi-Pause an der Polarkreisgrenze und einer 2. etwas später, erst gegen 17.20Uhr. Das war allerdings schon die finnische Zeit, also egtl 16.20Uhr.

Erschwerend hinzu kam auf der kompletten Fahrt, dass ab km1 meine Scheibenwischer defekt waren, weil sie wahrscheinlich anfangs die noch eingefroren waren, deren Motor diese aber beim Einschalten antreiben wollte und es dadurch zu nem Kurzschluss kam..grmpff. Und das bei dem Schneematsch, Streusand-Aufwirbelungen, Staub etc. :-/ Zeit für ne Werkstatt war nicht, also musste ich immer wieder Spritzwasser auf die Scheibe pumpen und konnte durch diese schmale, saubere Spur auf der Scheibe eine Weile gut was sehen.

Abends 22.10Uhr, 23.10Uhr finnische Zeit, erreichte unser Konvoi aus Simones T5 und seinem kleinen blauen Bruder endlich Eräkeskus, nachdem wir 18.15Uhr (19.15Uhr finn. Zeit) von Oulu aus weitergefahren sind...was für ein Tag! 😳 Dass es ab Oulu dann noch regnete, mag ich egtl. nicht mehr erwähnen - ich konnte bei Tempo 90 (langsamer bedeutete noch schlechtere Sicht durch weniger Wasserverdrängung) nur in den unteren 10cm der Windschutzscheibe, wo der Wind das Regenwasser zuerst verdrängt hat, einigermaßen durchschauen und hatte 80m vor mir Simones Van-Rücklichter als Anhaltspunkt. Mir reichte es dann wirklich, den Augen und Nacken auch..:-/

Aber - endlich angekommen - war es, auch wenn ich bisher nur einen Sommer hier gearbeitet habe, schon eine Art "nach Hause zurückkehren". Ich hab mich riesig gefreut, anzukommen, die Hunde zu begrüßen, die ganzen (wahnsinnig gewachsenen!) Welpen wiederzusehen und die neuen Team-Mitglieder des Eräkeskus-Winterteams-18/19 kennenzulernen..

Die folgenden Tage vergingen wie im Flug: Trainingshilfe beim Ein- und Ausspannen, viele Trainingsfahrten mit Troll oder Quad, das 15. Eräkeskus - Jubiläum mit Team-Essen als 5Gang-Menü, Ausflug in die Aittokoski-Hütte, anstrengrende Puppie-Spaziergänge..beim letzten mit den Tosca-Puppies nahm ich Socke mit, der natürlich völlig begeistert war von den 7 wuseligen Doggies und mit ihnen tobte und spielte, was das Zeug hielt :-). 

Hier einige Fotos:

Trainings-Wasserpause:

rechts mein Patenhund Mogli:

Pause am Stake-out/ Mukavaara:

Ausflug zur Aittokoski - und Valamahütte mit Simone und 2 ihrer Malamuten:

bekannte Waldrunde, bei der Socke am See schauen musste, ob alles ok ist:

Und schon war der Tag der Abreise bedrückend nah, auch wenn ich nur 5 Wochen auf der Farm in Karjalohja, westlich von Helsinki, verbringen werde..

Socke war natürlich von Anfang an begeistert, Simones Rudel wiederzusehen, hat das bei Siri und Inua auch kräftig zum Ausdruck gebracht. Die "Big Boys" Jack und Chinook sind immer nicht wirklich beeindruckt, wenn er wedelnd und schnappend vor ihnen rumhüpft, weil er spielen will.:-) Aber auch von denen muss er sich erstmal verabschieden, wir kommen ja schon am 19.12. zurück - dann hoffentlich ins verschneite Eräkeskus... 

1.Fahrt mit Gästen/ Kiruna/ die letzten Tage

Donnerstag, 01.11.2018

Am letzten Mittwoch kamen mittags drei spanische Gäste hier auf der Farm an, welche sich am Tag vorher angemeldet hatten und zuvor mit ihrem Chor einige Tage in Göteborg verbracht haben.

Nach einem Zwingerrundgang und Erklärungen zu den Hunden, begannen wir mit dem Einspannen des 12er-Teams und baten die 3, mit etwas Abstand zuzuschauen. 13.30Uhr starteten wir mit dem Quad samt Anhänger, bei tollem, kaltem Wetter und Sonnenschein.

Nach einer halben Stunde auf unserer Trainingsstrecke Richtung Nurmasuando, kamen wir am See an, machten die Hunde am Stake-out fest, versorgten sie mit Wasser und genossen die Aussicht. Durch den strahlenden Sonnenschein entstanden am Seeufer einige tolle Bilder.. 

 

 

Die Hunde am Stake out, einem langen Drahtseil, an dem sie in den Pausen (bzw. auf einem dicken Strohbett, wenns eine Hütten-Übernachtung wäre) mit 2m Abstand festgemacht werden:

Asta, die Leithündin, welche alle Richtungskommandos des (Schlitten-)Hundeführers kennen und befolgen muss, mit toller Aussicht:

Selfie mit Chucky :-) :

In der Hütte folgten dann Lunch und nette Gespräche, sowie wärmenden Kaffee und Tee. 15.30Uhr ging es im tollem Licht der tiefstehenden Sonne zurück und nach Ankunft gab es für alle Hunde erst einmal Suppe aus Trockenfutter und Wasser. Die bekommen sie, seit die Wassereimer durchweg zugefroren sind und aus den Zwingern geholt wurden, jeden Nachmittag. 

Gegen 16.30Uhr, nachdem wir uns von ihnen verabschiedet haben, brachte Bruno, Birgits Mann, die spanischen Gäste zurück und ich ging die Hunde füttern, täglich immer etwas mehr in der Dämmerung. Bis zur Zeitumstellung begann diese täglich einige Minuten eher. 

Nach Simones Ankunft am 27.10., hatte ich die 2 folgenden Tage frei..die ersten nach 4,5 Wochen! :-) Den Sonntag verbrachten wir, nach der Zeitumstellung erstmal nur faul bzw. später bei einer Gassirunde am Ortsrand von Vittangi, wo wir am Torneälv, also dem Tornio-Fluss entlang gingen. Da es nun schon 16.15/16.30Uhr stockdunkel ist, müssen die Hunderunden ein wenig vorverlegt werden, weil die Tage nun extrem kurz sind und es nach dem Sonnenuntergang ordentlich kalt wird - an diesem Tag erstmals 2-stellig im Minus.

Am Tag darauf, nur 3 Tage vor meiner Abreise aus Merasjärvi, fuhren wir nach Kiruna, gingen in einem Loipen-Schleifengebiet (mit ständiger Aussicht auf die riesigen Eisenerz-Abbaugebiete ringsherum) eine große Hunderunde mit Jack, Inua und Socke und besuchten anschließend eine ehemalige Kollegin von Simone, die vor kurzem von Hannover zu ihrem Freund nach Kiruna ausgewandert ist. Der Erzabbau und  winterliche Touristenfahrten sowie das nahegelegene Eishotel schaffen dort Arbeitsplätze, Grundstücke sind begehrt und teuer, zumal auch für das soziale Leben alles vorhanden ist. Aber ehe ich mit so einer Aussicht, ständigem Baulärm von den Baggern etc. und anhaltender Luftverschmutzung wohne, dann doch lieber ruhiger, eine halbe Stunde außerhalb im Grünen - Platz genug ist ja in Schweden..:-) 

Aussicht auf Kiruna:

 

Ab 30.10., an den letzten drei Arbeitstagen vor meiner Rückkehr nach Eräkeskus, waren wir allein in und mit der Huskykompaniet, da Birgit mit Familie drei Tage Urlaub in Haparanda machten.

Die vergangenen Tage fühlten sich eigenartig an, besonders heute, wo ich alles zum letzten Mal gemacht und mich von den Hunden verabschiedet habe. Auch wenn es nur fünf Wochen waren, ist es schwer, da mir Einige sehr ans Herz gewachsen sind.:-( ❤️

Ferlin und Scotty, waren neben meinem Gästehaus - Stammgast Benni, meine Lieblingshunde. Beide haben beim Training im Gespann einen tollen Laufstil, sind verschmust und anhänglich..

Teamarbeit beim Tränentrocknen, 2/3 sind wohl doch gekullert..

Die blieben aber nicht lang, weil mich die 2  Schmusebacken aufgeheitert haben und das Handy genauestens erkunden wollten:-) 

Eines der verbliebenen drei Welpenmädchen, ebenfalls mit stahlblauen Augen, war heute besonders neugierig und spazierte oft hinter mir durch das Zwingergelände:

 

Oder sie suchte gemeinsam mit Annika, die während einer kleinen Augen-OP noch einen Trichter tragen musste, im Schnee nach Trockenfutter-Resten:-) 

Die Hunde machten mir den Abschied einfacher, und so konnte ich neben dem Zwingerputzen und  Füttern, in Ruhe packen, das Gästehaus aufräumen und den letzten Tag mit den (eigenen Hunden) genießen:

Wie man sieht, liegt seit gestern wieder Schnee, nicht nur Socke gefällt es - alle toben, wenn sie nicht gerade Foto-Modell spielen müssen:-) :

Da in Eräkeskus noch kein Schnee liegt, werden wir dort bis 11.11. wohl ohne diesen (eher im Regen) toben und wieder auf Training mit Hundegeschirr am Fahrrad umsteigen. Mal schauen, ob der kleine Mini-Malamute Siri da mitmacht..:-)

Bis bald..

Allein unter Welpen/ "Gäste" / Vittangi

Mittwoch, 24.10.2018

Im 6er-Welpenwurf vom August ist seit einigen Tagen ein kleiner Humpeli dabei, der gemobbt wird vom Rest und jetzt oft separat herumhumpeln darf.. Währenddessen sitzt er dann oft jaulend vor meiner Tür und sobald er drin ist, schnarcht er auf dem Sessel, nachdem er alles erkundet hat..:-)

Wenn ich draußen im Zwinger bin, zum füttern oder saubermachen, hockt oder liegt er oft neben der Schubkarre, "bewacht" sie und will schmusen.. 

Socke ist auch immer ganz begeistert, wenn uns der Kleine besucht und legt sich, ganz Hütehund, direkt neben ihn.. 

Der Rest der Bande erkundet den Hof, sobald Humpeli, der nach dem Chip- und Impftermin heute Morgen nun "Polle" heißt, im Haus ist. Die ganzen restlichen Knochenteile, eine Harke, Grashalme oder alte Stofftiere sind dabei super interessant.. :-) 

Da ich ja im "Gäste"haus wohne, hat man dort nicht nur einen, sondern oft mehrere Gäste:

Benni ist seit einer Weile immer wieder unsere Begleitung beim Gassi gehen und liegt, wenn er später frei auf dem Hof herumlaufen darf, oft auf der Terrasse am Gästehaus oder - wenn ich ihn eine Stunde mit herein nehme - mit mir auf dem Sofa, seit er zufällig entdeckt hat, dass es dort bequemer ist als auf dem Boden :-). Alle paar Minuten legt er mir seine riesige Pfote auf die Schulter, oder - wenn er neben meinem Stuhl schläft - aufs Knie, sodass ich weiß, wann der Herr wieder kuscheln möchte :-).

In den letzten zehn Tagen war das Training nicht regelmäßig, da oft wieder Plusgrade herrschten und Birgit dann nicht raus fährt. Da immer nur ein Team mit 10/ 12 Hunden beim Training mitläuft, dauert es, incl. wetterbedingten Pausen, dann eine Woche, ehe alle einmal die 40min-Runde (8,5km) bei 10-13kmh gelaufen sind. .

Hier der Streckenverlauf beim Training, aufgezeichnet mit der Runtastic-App:

Am Dienstag Mittag sind wir zum Einkaufen nach Vittangi gefahren, anschließend war noch Zeit, bevor ich wieder am Auto sein musste, sodass ich diese genutzt und mir die kleine Kirche angesehen habe. Innen sehr schlicht, aber schön, außen aus weißem Holz und sogar mit elektronischer Rollstuhlrampe neben der Außentreppe..

Bei dem schönen Licht der tiefstehenden Sonne (14.30Uhr) konnte ich einige Fotos machen.. Das wird aber nicht mehr lange möglich sein, denn ab jetzt sind es, laut Birgit, pro Woche ca. 50 min, die die Sonne eher untergeht. Gestern war bereits 16.45/ 16.50Uhr Sonnenuntergang - zum Vergleich: als ich am 25.9. hier ankam, war es ca. 18.30 Uhr.

Hier noch einige Impressionen aus Vittangi, einer 800 - Seelen-Gemeinde zwischen Kiruna und der finnischen Grenze. 

Das Folgende habe ich vor dem Coop-Markt entdeckt, ein cooles Gassi-Mobil, denn der Hund lief daneben, als ich es zuvor fahren sehen habe..:-) 

Bis bald, 

Socke und Caro

Schnee im Oktober/ Wechsel zum Finnland-Wwoofing

Montag, 15.10.2018

Alles weiß - wir hatten hier Schnee seit dem 5.10., mittlerweile ist aber seit Tagen wieder Tauwetter und Plusgrade..also richtig warm:-). Da brauche ich noch immer nicht die ganz dicken Winterstiefel, die ich mir von dem Globetrotter - Gutschein, den mir meine Sport-Madels zum Abschied geschenkt haben, bestellt habe. Aber so langsam wäre ich klamottenmäßig bestens ausgerüstet für den skandinavischen Winter - die 2 gefütterten Fjällräven-Hosen von Simone warten auch noch auf ihren Einsatz..:-). 

Als ich hier am 25.9. ankam, wurde es erst 19/19.30Uhr dunkel, mittlerweile ist der Sonnenuntergang jetzt schon 17.20Uhr, dunkel ist es dann tatsächlich erst ne halbe Stunde später.. Trotzdem geht es verdammt schnell. Wenn wir nachmittags - sobald es um die 0° sind - trainieren, müssen wir gegen 15Uhr raus bzw beginnen, die Hunde einzuspannen. 15.30Uhr sollte es losgehen, sonst wird es hintenraus zu spät, aber das anschließende 17Uhr-füttern wird wohl demnächst eh im Dunkeln stattfinden. Allerdings erlebe bzw. mache ich das nicht mehr lange..

Am 11.10. habe ich mich nämlich tatsächlich entschieden, nur noch bis 02.11. hierzubleiben und gemeinsam mit Simone, nachdem sie ein paar Tage hier war, zurückzufahren nach Eräkeskus. Von dort aus starte ich am 11.11. in den Südwesten Finnlands, nach Karjalohja, zum WWOOFen, wird das erste Mal für mich:-). "Wwoof" (=worldwide opportunities on organic farms) ist ein internationales Programm für Freiwilligenarbeit, und beinhaltet Arbeit auf Farmen verschiedener Art, ebenfalls gegen Kost und Logis, wie es bei mir schon seit Juni der Fall ist.

https://wwoofindependents.org

Man meldet sich online an, zahlt einen kleinen Jahresbeitrag und kann ein Land wählen, sich dann durch dort angemeldete und mit Fotos/ Beschreibungen vorgestellte Farmen klicken, und diverse Filter einstellen (für mich war das Wwoofing with pets). Wenn was Passendes dabei ist, stellt man einen "Request Stay", also eine Anfrage mit dem Wunsch-Ankunftsdatum, schreibt ne nette Mail dazu und wartet ab. Fertig :-). Im Falle des Finnland - Wwoofing hatte ich am selben Nachmittag eine Antwortmail mit 2/3 Fragen und am nächsten Mittag schon die Zusage.. Dort wird nicht so viel Schnee liegen wie in Nordschweden oder Karelien, wahrscheinlich eher Matsch, aber egal:-). Dafür freue ich mich drauf, etwas Neues kennenzulernen, eine andere Art von Arbeit zu machen und die Vorweihnachtszeit sowie meinen Geburtstag im Süden Finnlands zu verbringen - zumal Simone mich die letzten Tage besuchen kommt..

Trotz allem genieße ich die letzten 2,5 Wochen hier, vor allem bei dem tollen Wetter und 10/14° :-). Und hier noch einige süße Momente der letzten Tage :

Inspektion meiner Terrasse :-) :

bei tollem Wetter am See: Gassirunde mit Annika und Socke.. 

fast wie zuhause auf dem Balkon..ein Strandkorb:

Besucher beim Fenster putzen 😍..Benni schaute mal rein:

Während ich fleißig am Fensterputzen war, sind die 6 Welpen gestern Nachmittag mit ihrer Mama Lilly in einen (anderen) Zwinger umgezogen, in dem sie zumindest immer ab dem Abend sind: nun haben sie dort zwar weniger Platz als auf dem Gelände, können aber auch nicht so viel Unsinn machen. Dafür waren sie während des Mittagessens mit im Haus und lagen, wenn sie mal kein Handtuch oder Hausschuh weggeschleppt haben, quer in der Küche durcheinander im Weg..😇

Mit Benni, dem süßen Besucher am Fenster, waren wir heut Mittag auf großer Waldrunde. Nach anfänglicher Schüchternheit und Ungläubigkeit, mitkommen zu dürfen (er blieb immer wieder stehen und guckte mich unsicher an), ging es los mit dem Toben, Herumrennen und Spielen - absolut cool und süß, die zwei wilden, jungen Herren :-). Hatte aber leider nix zum fotografieren dabei..

Hinterher war eine angenehme Stille in meinem Gästehaus: Benni lag schlafend auf der Terrasse und Socke schnarchte im Wohnzimmer - sie wie jetzt auch..ist schon gemütlich hier mit Buch, eingeheiztem Ofen, einen Radler und der Ruhe..:-)

Bis bald..

Merasjärvi / Training mit Quad/ Welpenwurf

Mittwoch, 10.10.2018

Nun bin ich schon über zwei Wochen hier, der Tagesablauf hat sich eingependelt. Morgens nach einer Gassirunde durch die seit einigen Tagen zu geschneite, leider langsam tauende Landschaft, beginne ich mit dem Füttern aller Hunde, anschließend Frühstückspause. Bis zum Mittagessen, welches gemeinsam eingenommen wird, benötige ich ab 10.30Uhr 2/3h zum Saubermachen der Zwinger, bei 20 Stück braucht man eine Weile. Nach dem Mittagessen schließt sich zur Gassirunde oft Annika mit an, da wird unterwegs richtig getobt..

Am Nachmittag ist dann meist - seit vier Tagen - endlich Training angesagt :-). Dabei machen wir den Quad mit Hänger startklar, spannen nacheinander 10-12 Hunde ein und fahren anschließend ca. 45min in moderaten Tempo durch die nordschwedische Landschaft.. Pause ist an einem See, wo die Hunde Wasser und lobende Streicheleinheiten bekommen und im Anschluss kehren wir zurück. Hunde wieder ausspannen, Zuggeschirre ausziehen, hinterher alle füttern - und gegen 17.30 Uhr ist Feierabend..  Nach 4 Tagen sind alle Hunde mal draußen gewesen, rotierendes System.. Die im April geborenen Junghunde dürfen abwechselnd frei mitlaufen, nebenher. Nasse, Svante, Annika, Selma oder Sigrid machen das ganz gut, ist trotzdem ziemlich wuselig und auf dem Quad sitzend müssen wir da während des Fahrens ziemlich aufpassen. 

Hier Eindrücke von den ersten Fahrten:

Pause am See.. 

 

Beim Zurückkommen und immer, wenn ich hier über den Hof gehe, sind die Welpen irgendwo unterwegs und entdecken Stück für Stück die Umgebung. Socke ist von den Kleinen ziemlich begeistert, weiß aber nicht, wo er beginnen soll mit spielen, wenn die 6 gleichzeitig angewuselt kommen :-).

Hier saß ein kleiner Wachhund vor "meinem Gästehaus"..:-)

Obwohl ich mit den Hunden zurechtkomme, die Unterkunft schön ist und Socke sich meist wohlfühlt, ist es insgesamt doch nicht das, was ich mir erhofft hatte. Die Art der Arbeit bzw. die Erwartungen von Birgit an Saisonhelfern ist hier ein gewaltiger Unterschied zu denen in Eräkeskus, Kollegen - oder Familienanschluss ist nicht wirklich gegeben, ich brauche - anders als erwartet, kein Englisch, Gästekontakt besteht bis zu den ersten Touren im Dezember auch nicht und ich lerne nicht das bzw. habe nicht die Aufgaben, die ich zusätzlich erwartet habe.

Also kam mir heute Nachmittag die Idee, ab Mitte November, also die letzten 5 Wochen, bevor ich über Weihnachten bis Ende Januar nach Karelien zu Eräkeskus zurückkehre, in Finnland zu WWOOFen. Gefunden habe ich online einige Möglichkeiten, auch mit Haustier und incl. Winter-Wwoofing, was ja nicht überall angeboten wird. Mal schauen, was in den nächsten Tagen aus dieser Idee wird..:-)

Bis bald.. 

Caro und Socke 

Rovaniemi/ die ersten Tage: Huskykompaniet

Sonntag, 30.09.2018

Am 25.09. sind Socke und ich, nachdem wir das reparierte Auto (nach 6km Fußmarsch bis Kuusamo) gegen elf abgeholt haben, vom Hotel aus gestartet. Dort musste ich nochmals hin, auschecken, Auto beladen, tanken, los. Nach einer Gassi-Pause im kalten, aber schön an einem Fluss gelegenen Rovaniemi, bei der ich tatsächlich erstmals Mütze und Handschuhe raussuchte, kamen wir gegen 18.30Uhr bei der Huskykompaniet in Merasjärvi (2h östlich von Kiruna) an, nach etwa 5,5h Fahrt.

Birgit, Deutsche und seit 25 Jahren Inhaberin der Huskykompaniet, zeigte mir das Gästehaus, in dem ich  (trotz 2 Schlafzimmern mit jeweils 2 Betten) alleine wohne. Anschließend musste das Auto ausgeladen und die ganzen Sachen ausgepackt werden, bevor wir auf die erste kurze Gassirunde auf schwedischem Boden starteten. 

Am nächsten Tag bin ich von Birgit eingearbeitet worden, habe alles kennengelernt, bin beim Füttern der Hunde mitgelaufen, habe versucht, mir 50 neue Namen einzuprägen, Welpen geknuddelt, und und und. .  1000 neue Eindrücke, das Vermissen von Eräkeskus und den Welpen und das viele, ungewohnte Alleinsein, ohne Kollegen und Simone, machten die Eingewöhnungstage nicht leicht. Auch erste landschaftliche Eindrücke auf der Gassirunde halfen da nicht wirklich ..

Dazu kam, dass ich den direkten Vergleich mit (der Hundehaltung in) Eräkeskus habe - die mir wesentlich besser gefiel, weil kein Hund dort einzeln untergebracht ist und alle Hundegruppen täglich ihren Auslauf haben, spielen und toben können während der Zwinger-Säuberung. Hier wird morgens gegen 9Uhr gefüttert, später am Vormittag sollen alle Zwinger kurz durchgeputzt werden, 17Uhr ist die 2. Fütterung und das wars auch schon. Wie soll man sich 50 Namen einprägen, wenn man, solange noch kein Training ist, nur 5min pro Tag Kontakt hat mit den Hunden ??!  😳 Also lasse ich mir beim Zwingerputzen einfach Zeit, bin bis zum Mittag damit beschäftigt und lerne so alle Hunde besser kennen..:-)

Ich war anfangs erstaunt über so eine andere Art, eine Huskyfarm zu betreiben, fast ohne übernachtende Gäste im Winter, nur Tagestouren. Die Hunde haben zwar schöne, große Zwinger, das Gelände ringsherum ist weiträumig und hätte ausreichend Platz für einen eingezäunten Freilauf.. Aber wenn noch kein Herbst - Training stattfindet oder keine Schlitten-Touren sind, stehen bzw. liegen die Hunde nur im Zwinger herum, haben wenig Auslauf..ist echt schade. Birgit hat erst seit 2/3 Jahren Aushilfen, vorher hat sie alles allein mit ihrem Mann gemacht - neben ihrem Vollzeitjob mit Nachtschichten in einem Pflegeheim. Viel Arbeit..

Aber ok, ich helfe auch hier, wo ich kann, habe nicht an Abbruch gedacht, aber es ist völlig anders, als ich es bisher kennengelernt habe. Bis Mitte Januar wird das wohl hinzukriegen sein..und bei nur 5/6h Arbeit pro Tag und 3 Gassirunden (noch per Fahrrad, bald wahrscheinlich auf Langlaufski) habe ich abends genug Zeit, um finnisch zu lernen und die ganzen mitgebrachten Bücher endlich zu lesen:-). Dann wird die Reisetasche nämlich leichter, falls ich nicht neue Bücher hier im Regal finde :-). 

Das ca 60qm große, liebevoll eingerichtete Gästehaus:

Farm-Gelände mit Schuppen für Feuerholz:

Der süße Welpenwurf kam Ende August zur Welt.. 

Mein verrückter Collie, der hier neulich morgens schon die ersten Schneeflocken gefangen hat, fand auch schon eine neue Freundin: Annika, im Frühling 2018 geboren und genauso verrückt wie Socke :-). 

Momentan liegt er vor dem Kamin, schnarcht und träumt vielleicht von seinen finnischen Freundinnen Inua und dem Mini-Wander-Malamut Siri:-) .. 

Bis bald..

Socke und Caro

Oulanka-Nationalpark/ Ruka/ Riisitunturi

Samstag, 22.09.2018

Als ich am 13.09. gegen 16.15Uhr von Eräkeskus losgefahren bin in Richtung Ruka in Südlappland, ist es mir wirklich schwer gefallen und auf der Fahrt kreisten die Gedanken..

Aber in Ruka angekommen (14.9., 12Uhr), war es dann nur noch Aufregung und die Packliste vom Wanderrucksack, die mir durch den Kopf gingen. Den Micra ließen wir, auf Hinweis der Rezeptionsdame vom Scandic Hotel, ein Stück unterhalb des Hotels auf dem Stadionparkplatz stehen. Aber dazu später mehr..

40km waren es noch vom Skiort Ruka, übrigens nicht wirklich ansehnlich und halbvoll mit Baustellen, nach Hautajärvi, wo wir vom Parkplatz am offiziellen Visitorcenter des Karhunkierros, welches schon auf dem Polarkreis liegt, loslaufen wollten. Vor dem Start gab es leckeres Lidl-Mixgetränk (Vodka-Lime, nur zu empfehlen! :-)) und 14.30Uhr schritten wir 5 mit den prallvollen Rucksäcken (alle 3 Doggies trugen ihr Futter in eigenen Hunderucksäcken) durch das große Holztor.."tervetuloa - herzlich willkommen" . Ja danke auch, das verging mir ganz leicht beim Anblick des ersten rostigen Wegweisers, wie wir sie täglich noch mehrfach sehen sollten:  0 - 82. 

Der Startpunkt liegt ganz im Nordwesten des Oulanka-Nationalparks, den wir erst Richtung Südosten durchwandern wollten, bis es dann im Bogen an Juuma vorbei, über den Felsenberg Konttainen und die Bergkette bis nach Ruka gehen sollte. Für den Anfang waren nur 7km, also ca. 2h bis zur ersten typisch finnischen Übernachtungsmöglichkeit, einer kleinen Laavu mit Bänken und Feuerstelle. Dort angekommen, hatten wir einen fantastischen Blick auf den Fluss Oulankajoki vor uns.

Ganz ohne Bildbearbeitung, einfach das tolle Licht Südlapplands:

Ein unglaublicher Sonnenaufgang, den wir da mit Instant-Cappu im Schlafsack beobachten konnten.. 

Trotz des Gewichts der Rucksäcke, hatte ich mich entschieden, ein Fließ-Inlet für den Schlafsack mitzunehmen (Hammer-Entscheidung!), und für den ersten Abend den Rest Glühwein von der Probe-Wanderung im Hiidenportti-Nationalpark..ein wenig verrückt muss man sein:-). Wie sich 2h nach unserer Ankunft in der Laavu herausstellte, waren Horden von Wanderern unterwegs und wir hatten ein Riesenglück, dass wir eine 3er-Gruppe mit zwei Hunden überholt hatten und somit die Ersten an der Laavu waren. Nach uns und der besagten 3er-Gruppe, die aber Zelte dabei hatten, kam noch ein Pärchen. Auch diese hatten ein Zelt mit, aber es regnete ab 17Uhr für einige Stunden und nur wir saßen im Trockenen - ohne Zelt, aber im dicken Schlafsack. :-) 

2. Etappe waren am 15.9. 12/13km, welche auch durch Wald, über moosige Flächen und immer mal wieder über Hängebrücken führte. Nach einer Pause an der hochfrequentierten Savonlampi-Hütte, die häufig als Tages-Wanderziel genutzt wird, waren es nur noch 4km bis zur Taivalkongäs-Hütte, die wunderschön unten am Fluss lag und 10/15 Wanderern Platz bot. Meist trafen wir gegen 16Uhr an den Hütten ein und hatten noch freie Platzwahl, aber bis 20Uhr kamen - auch an den Tagen danach - immer wieder Wanderer, die ab 18Uhr jedoch keine freien Schlafplätze mehr vorfanden und zur nächsten Hütte oder Feuerstelle weiterlaufen (und ihr Zelt nutzen) mussten. Fast alle Wanderhütten sind außen mit einem Trockenklo und innen mit einem einfachen Gasherd, ein wenig Geschirr sowie einem Holzofen ausgestattet, für den man Holzscheite direkt daneben vorfindet und aber solche auch wieder vorbereiten sollte für die nächsten Wanderer, damit jeder direkt einheizen kann.  Cooles System, funktioniert super..😊

 

Nach den Auf und Ab's des 2.Tages, war die 3. Etappe (16.9.), zwar länger mit den geplanten 17km, dafür aber auf den ersten 9km bis zum Luontokeskus, dem Visitorcenter mitten im Oulanka-Nationalpark, ein Spaziergang, der ziemlich eben durch wunderschönen Nadelwald führte. Wir waren morgens zeitig wach, sind 8Uhr aus der Taivalkongäs-Hütte los, nachdem wir leckeren Instant-Cappu und Müsli gefrühstückt und alles wieder gepackt hatten, wie es in den kommenden Tagen Ritual (und immer leichter) werden sollte. 10.45Uhr kamen wir am Visitorcenter an und guckten ein wenig blöd wegen den ganzen Leuten und Autos..wie schnell man sich an das Laufen und die wenigen Menschen doch gewöhnt. :-) 

Nach einem Snack, 1h Pause und Füße-hochlegen, ging es auf dem Karhunkierros mit Menschenmengen weiter zur Kiutakongäs, einer riesigen Stromschnelle zwischen Felswänden. Auf diesem belebten Teilabschnitt wurden wir durch die 3 rucksacktragenden Hunde so oft angestarrt und angesprochen, dass ich kurz davor war, Geld zu verlangen. Zum Teil war es wirklich unverschämt, wie Leute glotzen und/oder heimlich Fotos machen, ohne überhaupt zu grüßen oder zu fragen, oder sogar dicht an die Hunde herangehen, ohne sich zu erkundigen, ob es okay ist :-/. Wir waren jedenfalls froh, als es allmählich weniger wurde, nachdem wir von dem kleinen Rundweg, der um das Visitorcenter parallel zum Karhunkierros verläuft, abgebogen sind. Die restlichen 8km zur Anäskamppä-Hütte waren anstrengend, da viel bergauf, trotzdem wunderschön, boten tolle Aussicht, aber da qualmten langsam die Füße..

Hier wurden wir gefragt, ob jmd ein Foto von uns machen darf, wir haben nicht drum gebeten..witzig :-) 

Wenn man beim Fotos-machen selbst noch fotografiert wird.. :-) 

An diesem Abend, als wir schön am Relaxen waren, Fertig-Nudeln im Magen hatten und noch Tee  kochten, beschlossen wir, die restlichen 4 Tage mit den geplanten km auf 3 Tage aufzuteilen und wanderten somit am Folgetag auf der 4. Etappe (17.9.) nicht 7km zum Erholen, sondern 13/ 14km, weil wir so schön im "Flow" waren. .:-)

Die erste Hälfte hatte es echt in sich, war steinig, kraxelig, viel bergauf/ bergab und zudem rutschig. Unterwegs warteten wir sehnsüchtig auf das 41 - 41km-Schild, was unsere Wander-Mitte markiert hätte, es kam aber nicht :-(. Tages-Halbzeit war in der superschön an einem See gelegenen Jussinkampä-Hütte, wo wir 2h Mittagspause machten, bevor es auf die letzten 6/7km ging und wir "unsere" Laavu am Kitkajoki erreichten.

Jack hat gerne Aussicht:-) :

Traute Zweisamkeit:

Am frühen Abend beim Kuscheln..warmhalten muss sein:

Die Nacht in der Laavu war so saumäßig kalt, dass ich trotz 5 Klamotten-Schichten bis 2Uhr nicht geschlafen habe und erst, als ich wirklich bewegungsunfähig wie eine Mumie im Fließ-Inlet eingewickelt im Schlafsack lag, ohne Bibbern schlafen konnte..puh! Lappland ist wirklich schön, aber Ende September ist es nachts in Hütten angenehmer:-).

 Am 18.09. war es ein dringendes Bedürfnis, mit über dem Feuer warm gemachte Wasser erstmal Haare zu waschen, bevor wir auf Etappe 5 (16km) am Ufer des Kitkajoki anfangs tolle Blicke auf den Fluss hatten, wenn wir mal von dem anspruchsvollen, steinigen Weg hochschauen konnten. Ich hatte an diesem Morgen Simones Grönländer Jack am Bauchgurt und dadurch eine "Lokomotive" vor mir, weil er ordentlich im Zug arbeitete, wie immer - ist großartig bei Anstiegen:-).

Zwischendrin wurde es nervig, da rund um Juuma der Pieni Karhunkierros mit 12km als Tages - Wanderweg führte, übervölkert war und wir diesem eine Weile parallel folgen mussten. Die zweite Hälfte nach der Mittagspause zog sich mit 7km wie Kaugummi und wir hatten ein wenig Panik, dass wir in der mit 10 Betten recht klein beschriebenen Hütte gegen 17Uhr keinen Platz mehr bekommen. Es klappte aber doch, allerdings waren es 2 Mini- Hütten mit je 4 Schlafplätzen nebeneinander. Unsere teilten wir uns mit einem Paar, die wir unterwegs schon 2x getroffen und überholt hatten, für die Beiden war es auch ok mit den 3 Hunden. 

Dass der 19.09. mit 15/16km der letzte Tag werden würde, war egtl so nicht geplant, sondern wir wollten uns die letzten 4 bergigen km für den 20.09. vormittags aufheben, um in Ruhe in Ruka anzukommen und das Auto von Hautajärvi holen zu können, bevor wir im Scandic Hotel einchecken.

Anfangs lief es sich wirklich gut, immer auf und ab, aber machbar, mit Aussicht auf Juuma, auf einer Hügelkette entlang - bis wir den Konttainen als hohen, felsigen Berg sahen, von dem man eine Bomben-Rundumsicht auf Südlappland und die bisherigen Km hat. Danach, also die letzten 8/9km waren einfach nur übel...🤮 , eine Schlucht samt Berg nach der Anderen, immer im Wechsel. Wenn man dachte, ein Berg bleibt noch bis zu unserer geplanten Übernachtungshütte, waren es noch drei - es nahm kein Ende:-/. Der letzte zusätzliche km bis zur Laavu, die wir dann aufgrund von mangelndem Wassernachschub ansteuerten, war als Belohnung ein Spaziergang zum Ausruhen :-). Da waren es aber auch nur noch 2km bis Ruka, die wir nach einer Teepause und spontaner Hotelzusatz-Reservierung tatsächlich  gegen 17.15Uhr doch noch in Angriff nahmen..🙈😳

Es ging natürlich bergig weiter - klar, Ruka ist Skigebiet..was haben wir erwartet?! Ca. 1h, 5 Berge, etliche Treppen und unzählige Fluchworte später, müde, aber glücklich passierten wir das 82 - 0km-Schild! We did it!! :-)

Auf dem Konttainen hatte ein Fotograf seine Kamera mit Stativ aufgebaut und fragte uns, ob wir das untere Foto, auf dem wir gerade unten laufen, per Mail haben wollen:

einstellige Rest-km, der Hammer! :-) 

Ein Rentier..Socke war begeistert.. 

Sprungschanze von Ruka:

Torbogen mit Aufschrift "Karhunkierros" 

Am Ziel..:-)

Statt eines ruhigen Abends mit Dusche und nix-tun im Hotel, mussten wir erstmal auf die Polizei warten und Anzeige gegen Unbekannt erstatten, da an meinem Micra, als wir ihn vom Parkplatz holen wollten, das Beifahrerfenster eingeschmissen war und auch die Frontscheibe zwei riesige Steinschläge hatte - shit :-/. Also haben wir mit Mülltüten das Beifahrerfenster abgeklebt, das 2. Auto vom Startpunkt in Hautajärvi geholt und sind am nächsten Morgen, nach einigen Telefonaten mit der Versicherung, nach Kuusamo in die Werkstatt gefahren. Dort werden beide Scheiben repariert/ersetzt, allerdings frühestens am 24.9., wodurch ich erst später als geplant nach Vittangi zur Huskykompaniet fahren kann. Aber dort habe ich Bescheid gesagt und nun sind es hier 2/3 zusätzliche Tage zum Erholen/ Urlaub machen..

Die haben wir dann auch genutzt und den 35km entfernten Riisitunturi-Nationalpark besucht - allerdings nicht zum Wandern, sondern nur zum  ausgiebigen Hundespaziergang.. Wunderschöne Landschaft und tolle Farben! Nur das Panoramafoto lässt sich nicht richtig hochladen. 

Nun ist es nicht mehr lange, ehe es bei der Huskykompaniet mit dem Arbeitsalltag weitergeht. Schwierig und ungewohnt wird der dunkle Winter, aber erstmal freu ich mich auf weitere landschaftliche Eindrücke von Lappland.. :-)

Bis bald, 

Caro und Strumpfi 

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