WWOOFing auf Mageli Gard/ Norwegen

Donnerstag, 14.03.2019

Nach 2 Tagen Reise, knapp 1300km und der Nacht-Fähre von Turku (Südwestfinnland) nach Stockholm, bin ich letzte Woche Donnerstag, wie schon erwähnt, gegen 17.45Uhr in der norwegischen Hedmark, nördlich von Lillehammer angekommen. Hat auch gereicht, ich konnte echt nicht mehr sitzen 😳 🙄 🤢!  Die Fährfahrt war entspannt, wurde jedoch teilweise als Kneipe genutzt und morgens 6.45Uhr beim Kaffee-holen waren noch einige Schnapsleichen zu sehen bzw wurden von draußen hereingezogen, weil sie die Kabine nicht mehr gefunden haben 🙈😳.

Während der Fahrt durch Schweden lag kaum Schnee und war eher matschig, aber je nördlicher ich kam, umso weißer wurde es und in Norwegen lag dann richtig viel..:-)

Hafen in Turku/ Pause im Schnee:

Vorher haben Simone und ich natürlich spekuliert, ob Grenzkontrollen stattfinden, bei der Einfahrt in Norwegen. Sie war sich sicher, dass alles easy ist und jeder durchfahren kann, maximal stichprobenartig. Ja ja...diese Werte hätte ich tatsächlich mal gewonnen!! :-D

Falsch! Jeder wurde angehalten und um Vorzeigen der Papiere gebeten, incl. einiger Fragen. Und natürlich wurde der kleine Blaue, voll mit Camping - Zeug und Klamotten, gleich von einem netten blonden Zollbeamten zur Seite gewunken und genauerer Untersuchung unterzogen, war ja sowas von klar! 🙈 😎 

Gedächtnisprotokoll:

"Sind Sie das erste Mal in Norwegen?" - ja.        "Warum sind Sie hier und wie lange bleiben Sie?" - um 4 Wochen Urlaub zu machen.                                  "Wo wollen Sie genau hin?" - in die Nähe von Lillehammer.

"Haben Sie ein Hotelzimmer gebucht?" - Nein, weil ich nicht wusste, wie lange ich heute fahren kann und wie weit ich komme. 

"Wo kommen Sie jetzt her?" - Von Ostfinnland, nahe der russischen Grenze.                                                  "Was haben Sie dort gemacht und wie lange?" - Ich habe auf einer Huskyfarm als Volontärin gearbeitet, seit Dezember.

"Sind Sie im Ernst alleine unterwegs und die ganze Strecke allein gefahren?" - Nur mit Hund, sonst ja. Grinsend: "Wo hat denn hier bitte noch ein Hund Platz??" - Im Kofferraum, wo sonst :-) 

"Bitte mal öffnen." - Aber gern, der tut nix, der will nur spielen :-).  "Nicht zu glauben, der passt tatsächlich noch rein". - Sagte ich doch. :-)                   "Führen Sie Alkohol oder Drogen mit sich?" - Nein, sowas brauche ich nicht. Nur eine Flasche Wein. 

"Sie wissen, weshalb ich Ihnen all diese Fragen stelle?" - Aber klar, ich hab ein kleines, blaues, deutsches Auto, voll mit Camping-Zeug und Reisetaschen und bin alleine unterwegs. Da muss man schon mal nachfragen..

Grinsend: "Genau. Gute Weiterfahrt." - Tak. :-).

Boah, dass die mich nicht noch auspacken lassen haben, war reiner Zufall. Aber ich hab alles so strahlend beantwortet, dass ich denen wohl den Wind aus den Segeln genommen habe. :-)  

2/3h und eine Pause später, war ich endlich am Ziel. Die Schafs- und Hühner-Farm, Mageli Gard, liegt oberhalb der Fernstraße E6, schön in den Bergen, nachdem man von der E6 abgebogen und 2km bergauf gefahren ist. Die Hedmark ist total schön und von dem Fluss Lusna durchzogen, der sich ab kurz hinter Lillehammer, links von der Straße entlangschlängelt. Ganz in der Nähe befinden sich 4 landschaftliche tolle und reizvolle Nationalparks: Jotunheimen, Reinheimen, Dovrefjell und Rondane, jeweils nur ca. 1-2h Fahrzeit entfernt. Leider ist es aber noch zu früh zum Wandern, da bis mind. Ende April Schnee liegt. 

Blick auf Mageli Gard:

Aussicht vom Küchenfenster des Gästehauses, wo ich mit Socke untergebracht sind:

Beim Wwoofing sind die Arbeiten vielseitig, je nach Jahreszeit und was gerade ansteht. Es ist Freiwilligenarbeit (4-7h pro Tag) gegen Kost und Logis, 2 Tage pro Woche sind frei.

Die Aufgaben von mir und den beiden anderen WWOOFerinnen (Franzi aus Berlin und Maike aus Holland) sind unter Anderem: Schafe füttern und alle 2 Tage ausmisten, Hühner füttern und Eier holen:-), Haushalt/ kochen - was abends vorwiegend meine Aufgabe ist, jedoch völlig freiwillig, denn mittlerweile koche ich tatsächlich sehr gern und probiere Manches aus:-). 

Zusätzlich gibt es momentan Einiges an Malerarbeiten (Fenster- und Türrahmen, Wände, Regale) und handwerklich bei der Fertigstellung des Gästehauses (Elektriker-Arbeiten, Türrahmen einsetzen, Lampen und Heizung anbringen, Regale und Bilder aufhängen, 2. Zimmer einrichten) zu tun, wobei wir seit 2 Tagen super vorankommen. Nebenbei hab ich trotzdem viel Zeit, um Socke besser erziehen (wohl kein Sheep dog?!), mit ihm auf dem Berg hintern dem Haus rodeln zu gehen und Fußball zu spielen..:-)

Aussicht beim rodeln, unten mittig Mageli Gard mit Haupthaus, vermietetem Wohnhaus, 2 Gästehäusern, Garage, 2 Scheunen/ Stall...:

Trotz toller Umgebung, vermissen wir die Hunde, einige ganz besonders und vor Allem Simones Rudel aus Malamuten und Grönländern..ist schon eine Umgewöhnung nach so vielen Wochen in Finnland.. Dafür bekomme ich regelmäßig Fotos :-), so wie das hier:

Jack und Siri vor einigen Tagen auf Hüttentour ❤️:

Aber mir und natürlich auch Socke geht es hier echt gut, alle sind nett - einfach normal, keine Nudisten oder Vegetarier :-).

Nur dass mit der"Hütehund-Ausbildung" wird noch nix, in den Stall zu den 60 Schafen lasse ich ihn nicht, das ist zuviel als Hüte - Aufgabe..aber die Hühner findet er auch klasse:-).

Bis bald, 

wir gehen jetzt raus in den Schnee 🇳🇴☃️❄️,

Caro und Socke 

3-Tages-Hundeschlittentour mit Hüttenübernachtung/ Norwegen erreicht

Donnerstag, 07.03.2019

Die letzten 10 Tage in Eräkeskus vergingen ratzfatz, denn neben tagelangem tollem Wetter und Sonnenschein pur, siehe unten auf der letzten Gassirunde, bekam ich zum Abschluss meines Aufenthaltes, noch die Möglichkeit, Simone und ihre 4 Schweizer Gäste an allen Trainingstagen und auf 3-Tagestour, den sog. Bärenpfad zu begleiten.

 

Dabei werden, nachdem die ersten 2 Übungstage absolviert wurden, Distanzen zwischen 20-30km gefahren und 2x in Wildnishütten übernachtet. Am vergangenen Donnerstag, nachdem wir am Mittwoch Simones Geburtstag als freien Tag genießen konnten, ging es los. Zuvor haben wir mit den Gästen das Starten ohne Hilfe der Kollegen geübt. An den Tagen, wo wir von der aus Hütte losfahren, ist es wichtig, dass wir das ohne Doghandler hinkriegen, die ja im Zwinger immer helfen.. Die Abfolge des Einspannens und Reihenfolge des Starts aller Mitfahrenden bleibt meist dieselbe, so ist es auf Tour einfacher. 

Besonderheit war, dass ich häufig vorfahren durfte und somit mehr Verantwortung hatte. Am 1. Trainingstag, also Dog 1, und am ersten Tourentag (29km) ist Simone vorgefahren, an Dog 2 und am 2. Tourentag ich (24km) und den Rückweg am Samstag haben wir uns aufgeteilt. Dies hat den Vorteil, dass ich mir nicht nur die Trailstrecken besser einprägen kann, sondern gleichzeitig lerne, mehr auf die Gäste hinter mir zu achten und dadurch schneller mein Team ankern und helfen kann, wenn Hunde sich verwickelt haben oder Gäste mal stürzen. 

In den Fotopausen auf den Schlittenfahrten ist, neben tollen Landschaftsaufnahmen bei großartigem Licht, sogar noch Zeit, Portraitbilder von den Hunden zu machen, die immer gern für Eräkeskus-News auf der Homepage verwendet werden. Mein Patenhund Mogli, unten rechts mit Tundra, war allerdings nicht ganz so begeistert :-). 

Kalea ruht sich auf Fluffys Rücken aus:

Mein Schlitten, incl. der Überhandschuhe, die an der Handlebar hängen und unheimlich praktisch sind, weil sie die Hände zusätzlich vor Wind schützen:

Unsere 4 Schweizer Gäste haben extra ein Original - Käse-Fondue nach Finnland mitgebracht und auch, im Schlitten-Sack gut gepolstert, 2x Weißwein mitgenommen für den ersten Hüttenabend in der Hähnijoki - Hütte. Diese hat 6 Betten, eine kleine Kochecke, einen Esstisch und vorn am Vorraum, gleich den Zugang zur Sauna.

Bei Ankunft an der Hütte werden alle Gespanne in einiger Entfernung zueinander, festgemacht, anschließend nacheinander ausgespannt, von jedem Gespann die Gangline, Tugline usw. eingerollt und die Schlitten seitlich an der Hütte verstaut. 

Jeder Hund bekommt am Stakeout seine eigene Hundehütte, in der meist noch Stroh aufgefüllt wird, wenn nötig.

Im Anschluss wird, per Aufgaben Teilung unter Guides und Gästen, in der Hütte und der Sauna Feuer gemacht, die Trainingssuppe und Lachssnack für die Hunde vorbereitet, unser eigenes Mittagessen fertig gemacht, Hunde gefüttert und wieder Holz aufgefüllt. Später kann jeder Gast in die Sauna und abends wird erneut aufgeteilt, wer Abendessen kocht, während draußen die Abendfütterung stattfindet und wer im Anschluss den Abwasch macht. So geht alles schneller..:-)

An den ersten beiden Tourentagen hatten wir tolles Wetter, super Sonnenschein und glitzernden Schnee, am letzten Tag dafür kaum Sicht durch Schneegestöber..genossen haben wir es trotzdem alle. 

Mein Abschiedsfoto auf der Facebookseite von Eräkeskus wurde ebenfalls auf diesem Bärenpfad gemacht, in der Fotopause :-) :

Mit sovielen Erlebnissen und Eindrücken kamen wir wieder zurück und dann blieben mir noch 2 Tage zum Sachen-packen, Auto beladen und Hunde Verabschieden. Natürlich flossen mal wieder Tränen 😢, ohne geht nicht, nachdem ich jetzt so lange da war und alle Hunde erneut lieb gewonnen und wieder anders kennengelernt habe, als es im Sommer der Fall war. Es fällt und fiel mir wahnsinnig schwer, wegzufahren, selbst jetzt noch, 2 Tage später :-(.

Gestern früh 4.45Uhr saß ich dann doch endlich im Auto und startete die 640km Richtung Turku - schließlich musste ich eine familieninterne Wette gewinnen, bei der mein Vater grinsend behauptet hat, ich würde - wie immer - zu knapp losfahren und die Fähre nur noch von hinten sehen :-). Allerdings habe ich mich dagegen entschieden, schon am Abend vorher zu fahren, weil ich keine Zwischenübernachtung wollte und so den letzten Abend noch mit Simone genießen konnte. Vorher gab es beim Abendessen vom Eräkeskus - Team noch ein tolles Abschiedsgeschenk, ein GPS-Gerät, um beim Schlittenfahren (später als Guide) die Routen, Entfernungen, Höhenmeter usw. aufzeichnen zu können. Genial! :-)

Jedenfalls bin ich gestern  Nachmittag gegen 17Uhr in Turku angekommen, nach 12h on the road, aber incl. Schlaf - und Gassipausen. Wette verloren, Papa! 😜 19 war Checkin, 2h später legte die Fähre ab, war heute früh 6.40Uhr in Stockholm und dann ging es weiter: 634km bis Tretten in Norwegen, nördlich von Lillehammer, wo ich 17.40Uhr ankam. Die Farm liegt in wunderschöne Landschaft, bergig und von einem breiten Fluss durchzogen, auf den wir von hier oben tolle Sicht haben.

Aber nun ist erstmal schlafen angesagt, auf der Fähre war ja heute früh auch schon 5.30Uhr die Nacht vorbei..🙈 😴

Bis bald, 

Caro und Socke 

Koli im Winter, Endspurt in Eräkeskus

Dienstag, 26.02.2019

Und schwupps, schon wieder sind fast drei Wochen rum, seit dem letzten Blogeintrag. Aber hier ist Hochbetrieb, jede Woche ist das Haus voller Gäste, kein Tag verläuft so, wie er ursprünglich geplant war, die Abende sind lang, weil nach dem gemeinsamen Abendessen jeder Guide noch seine Teams für den nächsten Tag oder für die nächste Hütten-Tour zusammensetzen muss, Smalltalk mit Gästen, hier noch eine Bitte, da noch ein Wunsch oder eine Frage oder man ist zum Füttern im Zwinger eingeteilt und ruckzuck ist es 22Uhr, Abend-Gassirunde - und dann irgendwann Feierabend.. :-) Seit 19.2. stehen die ersten Stichpunkte im Blogentwurf und erst jetzt, im dritten Anlauf, komme ich zum Beenden..

Wieder ist viel passiert, erneute Wärmeperioden, wieder eine Autoreparatur, neue Schlittenerfahrungen, Chinook - einer von Simones Malamuten - geht mit einem Volontär in die Schweiz, Juniorguide - Ausbildung geht voran und und und..

Letzte Woche sind wir am Abend vor einem freien Tag Richtung Kuopio gefahren, haben bei einer Freundin Simone einen Dine-and-wine-Abend gemacht, also gegessen, über Gott, die Welt und Hunde gequatscht, Wein getrunken und dort übernachtet.. Auf dem Rückweg ging es über 7km Eisstraße auf dem Pielinensee zum Koli, der höchsten Erhebung in Südfinnland, auf dem wir im August schon einmal mit Socke und Jack waren. Diesmal war es ein wahres Winter Wonderland.., total verschneit mit bizarren Baumfiguren, trüb und doch wunderschön:

zugeschneite Wegweiser:

Die Rundwanderung oben, zu den verschiedenen kleinen Gipfeln und Aussichtspunkten ist nicht lang, aber schön zum Laufen, solange man nicht in den Tiefschnee kommt..:-) 

In der vergangenen Woche war ich spontan Gästebegleitung an den ersten beiden Trainingstagen, die wir hier Dog 1 und 2 nennen, und konnte zum Üben und Trails-lernen als Schlusslicht fahren..  Es wird mit jeder Fahrt einfacher, sich die vielen Kleeblatt-artigen Kreuzungen und Abzweigungen zu merken und die Schwierigkeit/ Beschaffenheit der Trailabschnitte dazwischen. Aber unterwegs entstanden tolle Fotos, bei teilweise wunderschönen Lichtverhältnissen:

Da diese Aktuelle nun tatsächlich die letzte vollständige Woche ist, die ich in Eräkeskus verbringe, darf ich Simone auf den Trainingstagen und der anschließenden "Bärenpfad-Tour" mit 2 Hüttennächten begleiten, gleichzeitig auch, um zu lernen, wie solche Touren mit Gästen funktionieren und wie die Abläufe in den Übernachtungshütten sind. Heute, am 2. Trainingstag mit unseren 4 Gästen, habe ich sie gebeten, mich vorfahren zu lassen, um alle unsere Gäste im Blick und dadurch mehr Verantwortung zu haben, zusätzlich zum Trails lernen. War eine coole 18km-Runde mit stellenweise kniffligen, kurvigen und hügeligen Passagen, durch Wassergräben und enge Kurven. Hat riesig Spaß gemacht 😬 

Vorne als Leithunde: Tundra und erstmals meinen Patenhund Mogli:

Morgen ist erstmal frei und am Donnerstag geht es, nachdem wir Essensboxen usw. gepackt haben, auf Bärenpfad, von dem wir am Samstag zurückkehren. Unsere 4 Gäste sind Schweizer und haben Weißwein und Käsefondue mitgebracht, als Abendessen in der 1. Hütte..das wird lecker! :-) 😎 

Und während wir mit unseren Gästen beschäftigt sind, hat sich ergeben, dass Noah, einer der Volontäre, der seit September hier war und am Sonntag Richtung Schweizer Heimat fährt, von Chinook begleitet wird, dem großen Malamuten-Bruder von Siri. Das wird traurig 😢, weil er mir hier im Rudel fehlen wird, der große Grummelkopf. Aber er ist Couchpotato und eher Einzelgänger, liebt es, zu wandern und aber auch, den halben Tag faul herumzuliegen. Simone ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, aber Noah darf ihn mitnehmen, weil sich Chinook als Einzelhund ohne Zugarbeit am Schlitten, sehr wohl fühlen wird, auch wenn er den Schnee wahrscheinlich vermisst..

Unten links Chinook und rechts seine kleine Schwester, Sonnenschein Siri:

Trotz einem tränenden Auge, gibt es auch etwas zum Lachen:

Als ich am Sonntag, nach 4/5 Wochen Pause, mal wieder einen Gästetransfer zum Flughafen gefahren habe, hab ich was Witziges gesehen, bisher nur in Finnland: alte Menschen schieben hier im Winter keinen Rollator vor sich her sondern einen Schlittenrollator..egtl logisch, oder? :-)  Solche Stadtfahrten sind schon amüsant..leider fahre ich am 3.3. das letzte Mal nach Joensuu zum Flughafen, um Gäste zu bringen und zu holen - wird schon komisch :-/ Danach geht es mit meinem Auto, das momentan zur Reparatur in Lieksa ist, weil der Scheibenwischermotor kaputt ist, nach Turku in Südwestfinnland. Dort gehen Socke und ich auf die Fähre nach Stockholm und am 8.3. möchte ich in Tretten bei Lillehammer ankommen, um dort bis Mitte April auf einer Schafsfarm zu arbeiten. Im Anschluss daran gönne ich mir den ersten Urlaub seit September in Lappland (und dem Kurzaufenthalt in Eräkeskus im November) : 2 Wochen Südnorwegen in 3 verschiedenen kleinen Häuschen, jeweils toll gelegen an einem Fluss oder See. Von Oslo aus wollen wir die Südküste entlang und über die Telemark zurück bevor ich ab Ende April in Trondheim arbeite. Socke begleitet mich natürlich und lernt dann, nachdem er im Karjalohja schon Ziegen "hüten" durfte, hoffentlich auch Schafe kennen/hüten..:-)

Hier (s. u.) gab es vorgestern übrigens als Leckerli Truthahnstücke für unser Rudel und Socke brauchte eine kleine Ewigkeit zum Fressen, wobei die anderen 3 "Kino" hatten, weil sie natürlich längst fertig waren mit ihrem Stück :-) :

Sonnige Grüße,

Caro und Socke 

 

 

 

Finnischer Winter aus Collie-Sicht

Mittwoch, 06.02.2019

Endlich darf ich mal wieder schreiben und meine Begeisterung teilen über sooo viel Schnee und Sonne und Malamuten und groß gewordene Puppies..! :-) Die Tosca-Mädels und -Jungs sind mittlerweile 7 Monate alt, der Liisa-Wurf 3 Wochen jünger. Da sie seit einer Weile nach Geschlecht getrennt, untergebracht sind, teilen sich auch die fast täglichen Gassirunden mit den Welpen in 5 Mädels und 9 Jungs, wovon aber 2 schon in einer Zwingergruppe integriert wurden. Da ist was los, kann ich euch sagen - die 7 Jungs sind selbst mir fast zu wild! Neulich bin ich mit Frauchen hinterher geflitzt, als die auf dem See spazieren und toben waren. Dann sind alle 7 begeistert auf mich los..uff, da musste ich mich schon richtig wehren. Vor Allem die 2 braunen Rüden, Charly und Strike, sind alles andere als zärtlich und zwicken ziemlich - aber ich teile auch kräftig aus :-).

oben die Mädels, unten die Jungs:

Übrigens lasse ich nicht nur Energie raus beim Toben mit den Welpen: voller Stolz kann ich mittlerweile berichten, dass ich (bei tollem Wetter) die ersten Kilometer am Zuggeschirr geschafft habe! :-) Anfangs hat Frauchen mit mir nur am Bauchgurt geübt und wir sind durch den Schnee gejoggt, ich im Zuggeschirr vorne weg. Stellt euch vor, dabei hab ich ganz oft 3/4m vor mir Leckerlis gefunden, mitten auf dem Trail - so ein Zufall! :-) :-D  Dadurch konnte ich mit dem neuen Zuggeschirr toll ziehen und wurde viel gelobt.. Mittlerweile machen wir regelmäßig nur zu zweit Laufrunden mit dem Zuggeschirr und es macht mir kaum noch was aus: ich fange an, es zu mögen :-) Letzte Woche war es sogar richtig toll: ich habe mit Jack mein Frauchen auf Langlauf-Ski gezogen, nachdem ich mich in der ersten Hälfte der Waldrunde ohne Leine austoben konnte und Jack allein gezogen hat.. :-) 

Ein wenig traurig bin ich aber schon manchmal. Denn nun sind wir nur noch 4 Wochen hier, am 6.3. geht die Fähre nach Schweden. Ich bin schon gespannt auf die neue Farm, auf der ich Schafe hüten darf..das wird witzig :-) 

Noch sind wir aber hier und erleben tolle Sachen, gehen schneeschu-wandern, Welpen ärgern, machen Schneeballschlachten und üben Leckerli - suchen im Schnee. Und abends gehe ich meinen besonderen Hobbys nach : Hausschuhe klauen und Füße ablecken. hihi 

Und was der Collie nicht mitbekommen hat, ergänze ich selbst :-) :

Nach einem Transfer zum Änäkäinen-See war ich 2s Unaufmerksamkeit beim Autofahren und habe mir unabsichtlich nen neuen "Parkplatz" gesucht. Ungünstig war nur, dass ich da selbst nicht wieder rauskam, sondern unser toller Nachbar mich abgeholt und am späten Nachmittag mit seinem Traktor den T5 rückwärts wieder rausgezogen hat - tolle Aktion, zumal Gefahr bestand, dass der Bus weiter kippt beim Ziehen.. Muss ich aber nicht nochmal haben, das war nämlich das private Auto von Simone :-) 

Aber es ging alles gut, der T5 kam unbeschadet, nur ein wenig voll Schnee, heim..:-) 

Bis bald, 

Caro und Winter-Socke 

Kälterekord, Lichterlebnisse, Junior-Guide

Dienstag, 22.01.2019

Und schon sind wieder 14 Tage um, es fiel wöchentlich noch mehr Schnee und wurde in den letzten Tagen immer kälter.. Sonntag früh, als ich 4 Gäste zum Flughafen gebracht habe, stand tatsächlich - 30,5° Celsius auf der Digitalanzeige des Autos..uiuiuiii! Da friert einem selbst direkt der "Rotz" ein, der aus der Nase laufen will beim Hundeschlittenfahren.. 

Zwei der Guides, Frank und Roger, haben vor einigen im Selbstversuch auf dem See getestet, was passiert, wenn man heißen Tee aus der Thermoskanne in die Luft wirft: er gefriert direkt und kommt als Schneestaub wieder runter! :-) Dass man das "oben ohne" machen muss, kann ich nicht nachvollziehen, aber egal, es ist ein tolles Foto entstanden :-) 

 

Seit Montag bin ich erstmalig mit Simone als Guide-Team eingeteilt, bin jetzt also Junior - Guide in Ausbildung..:-) Das bedeutet, wir geben zu Beginn Theorie zur Einführung in das Hundeschlitten-Fahren, was ich auch schon übernehmen durfte und machen dann im Verlauf der Woche - je nach Buchung - 2-3 Trainingstage mit den Gästen incl. Einspannen der Hunde, Ausspannen und Füttern nach der Fahrt. Bisher haben wir perfektes Wetter erwischt klaren Himmel und Sonne - es war wirklich schön, unterwegs alles genießen zu können. Jedenfalls dann, wenn keiner der Gäste gestürzt ist oder sein Team verloren hat, was anfangs immer mal vorkommt durch hügelige Trails und Kurven mit tieferem Schnee..:-)

Im Anschluss besprechen wir bei einer heißen Suppe die Schlittenfahrt mit unserer Gästegruppe (2-6 Personen) und geben Feedback: es macht riesig Spaß, ich freue mich auf die nächsten Tage und die Hütten-Nacht am Donnerstag ! :-)

Manche Gäste-Gruppen, wie zum Beispiel die, die den Bärenpfad als Wochenprogramm gebucht haben, gehen nach 2 Trainingstagen auf 3-Tages-Tour mit 2 Hüttennächten. Andere Gäste, wie die, die z.B. eine Winterwoche Polar gebucht haben, machen Tagesausflüge mit den Hundeschlitten und auch eine Schneeschuhwanderung mit Lunch in der Grillkota.. Im Youtube-Video unten bekommt man einen ersten Eindruck von so einer Husky-Woche:

https://m.youtube.com/watch?v=7TFfBpItciY&t=2s

Bisher bereue ich tatsächlich keinen Tag, hierher gekommen zu sein und genieße die Zeit und die Arbeit hier - auch wenn ich mir weiterhin noch ganz viel Geduld aneignen muss. .

Selfie muss sein ..😇 

Knickohr Oleg, rechts daneben Levi und Talvi "ganz in weiß" ..

Und das abendliche Kuscheln nach den Touren darf natürlich nicht fehlen. Dass Misu an der Weinflasche kleine Reste ableckt, ist allerdings neu :-) 😁 

Bis bald, 

Caro und Socke (mit Inua) 

Happy new year, Schnee ohne Ende :-)

Sonntag, 06.01.2019

Nun sind schon wieder 2 Wochen um seit dem letzten Blog..die Zeit rast!

Happy new year 😇🐾❄️✨🎉 !! Auf dass das neue Jahr uns all das bringt, was sich jeder Einzelne erhofft, vorstellt und/ oder wünscht, auf dass jeder das findet, was er (irgendwo) sucht und auf dass wir alle gesund bleiben, um unsere Träume zu leben.. 😇 

Ich bin Ende Mai mit dem Ziel, innere Ruhe und Zufriedenheit zu finden, von dem weggegangen, was ich (seit August 2005) fast 13 Jahre als neues Zuhause angesehen habe.

Anfangs, die ersten 4 Jahre in Stuttgart, war es nur ein Arbeiten in einer anderen Stadt, um alle 2 Wochen heimzufahren. Später, ab ca. 2010, wurde es in Ditzingen und Leonberg dann wirklich ein Zuhause, während ich begann, in einer anderen Praxis zu arbeiten und mir ein neues Umfeld aufbaute. Damals hatte ich Paula, meinen kleinen Dackelmix, fast immer bei mir. Sie kannte, als sie im August 2016 mit ihren 16,5 Jahren starb, halb Europa, weil sie mit dem Auto und/ oder Bulli immer mitgefahren ist:-). Ich war mit ihr in England, Schottland, Korsika, Dänemark, Schweden, Süd-Frankreich, in der Bretagne, Kroatien, Italien, in der Schweiz, an der Nord- und Ostsee..... 😇 :-) 

Mittlerweile ist es ein verrückter Collie, jetzt knapp 2 Jahre alt, der mich seit Mai 2017 begleitet, fleißig in der Erziehungarbeit ist und hoffentlich irgendwann auch ein Schlittenhund wird.. Wir sind vor über 7 Monaten mit einem vollen Micra aus Deutschland weggefahren, haben unterwegs im Baltikum Urlaub gemacht und nachdem mein Collie Socke überall Stöcke herumgeschleppt und die Strände "aufgeräumt" hat:-), sind wir im Juni (und  erneut im Dezember) in Eräkeskus angekommen. Es hat sich viel verändert, seit wir den Sommer hier verbracht haben, alles ist ein weißes Winter-Wonderland. Ab Silvester schneite es nämlich immer wieder: nun haben wir schon über einen halben Meter Schnee und schaufeln fleißig die Wege frei, aber Gassigehen auf den Trails ist trotzdem mühsam, Schlittenfahren dafür wunderschön! 

Gewöhnung an das Zuggeschirr:

Seit dem Saisonbeginn Mitte Dezember sind jede Woche neue Gäste hier, was bedeutet, dass ich mir seit dem 18.12. immer wieder 15-17 neue Namen merken muss, Gedächtnistrainung pur! 😳 Durch die Schneeschuhwanderungen mit Kleingruppen, die ich regelmäßig durchführen darf, wird es aber einfacher, sich die Namen einzuprägen:-). Es sind volle und schöne Tage, sowohl im Zwinger bei den Hunden, als Einspann-, Ausspannhilfe, als auch im Umgang mit Gästen oder im Küchendienst. An den Weihnachtsfeiertagen und Silvester gab es jeweils ein tolles 5Gang-Menü, mit anschließendem Zusammensitzen am Kamin, ohne Knallerei nachts.

An freien Tagen flitzen wir tobend mit Socke und den großen Welpen über den zugefrorenen See, versuchen langlaufen zu gehen, was mein Collie mit Zuggeschirr noch nicht so toll findet und üben, mit Booties zu laufen, die er wegen den Eisbollen zwischen den Bällen braucht. Oder wir genießen einfach das tolle Licht bei klarem Himmel und Sonne:

Durch die Temperaturschwankungen von - 8 bis - 26° ist es wechselnd klirrend kalt und mild, fühlt sich aber gut an, wir genießen den finnischen Winter! :-) ❄️❄️✨☀️🐾🐾

zurück in Eräkeskus : Vorweihnachtszeit

Sonntag, 23.12.2018

Nun sind schon wieder 5 Tage vergangen, seit ich am 18.12. abends hier ankam..die Zeit vergeht wie im Flug!

Wir hatten einen vollen Tag mit 620km von Karjalohja im Süden und waren, mit 3 Pausen, erst gegen 20Uhr da. Gassi gehen, auspacken, das Rudel begrüßen und die Aussicht bei Fast-Vollmond mit Schnee genießen..wunderschön, auch am nächsten Tag, als die Sonne mittags langsam über die Bäume kam:

Das leicht eingeschneite Red House..

Strandsauna beleuchtet:

Am ersten Tag nach meiner Rückkehr kam ich in den Genuss einer Schlitteneinführung: nach einer theoretischen Einführung wurde ein 6er-Team davorgespannt und los ging's. Oberste Regel: niemals die Handler-Bar, also den Griff des Schlitten loslassen.. Hab ich hinbekommen, allerdings brauchte ich eine Weile, bevor das mit der Gewichtsverlagerung beim Bremsen bzw. in Kurven klappte, ohne zu fluchen :-). Die sog. Bremsmatte ist zum leichten Abbremsen und befindet sich zwischen beiden den 2 Kufen, auf denen man steht. Wenn der Schlitten zum Stillstand kommen soll, nutzt man die Bremskralle, die oberhalb der Bremsmatte angebracht ist, ganz heruntergetreten und dann mit vollem Körpergewicht belastet werden muss, um den Schlitten im Stand zu halten. Zusätzlich wird dieser mit Schneeanker gesichert, sonst ziehen die Hunde vorn vor lauter Begeisterung alles mit..:-)

Nach einer Weile ging es ganz gut und ich konnte die Aussicht und das Geräusch der Kufen im Schnee genießen, während der Schlitten von meinem 6er-Team über den zugefrorenen See gezogen wurde. Am Folgetag, bei den nächsten beiden Fahrten im gemütlichen Tempo mit den Oldies, lief es dann schon richtig gut - alles braucht Zeit und Geduld :-)

Später habe ich die Puppies besucht, sie sind alle so groß geworden und wild ohne Ende. Mittlerweile gehen wir abwechselnd mit allen Welpen-Würfen jeweils in 2 Gruppen Gassi, mal joggen, mal spazierend. Durch die zugefrorenen Seen kann man die Straße meiden und sieht auch mal neue Wege - ist ein Unterschied zum Sommer.

Hier nur Fotos von den sog. "LiLa's", die am 24.7. geborenen Puppies von Liisa und Lauri:

Und Socke? Der hat endlich sein Rudel wieder, ist happy, genießt den Schnee und lernt allmählich, wenn er immer wieder ein wenig draußen im Garten ist, auch einfach mal auf der Veranda liegend, das Red House zu bewachen..:-) Je nachdem, wer von Simones Grönlander-Malamuten-Rudel bei ihm ist, wird entweder wie bekloppt durch den Garten getobt oder seine Spielversuche sind einseitig.. Nur den Sinn der mit Stroh gefüllten Hunde-Hütten hat er noch nicht unbedingt für sich entdeckt, er geht zwar kurz rein, mag sich aber nicht hinlegen - das geht viel besser auf dem Bett, hier mit Inua :-).

..oder mit Jack. 

Wenn wir mal nicht gerade schmusen, laufen die Weihnachtsvorbereitungen in Eräkeskus auf Hochtouren, mittlerweile ist alles geschmückt und beleuchtet. Im Red Haus hab ich mich mit Schwippbogen-Deko ausgetobt, nun sieht es gemütlich aus.. Seit gestern ist "die Bude" voll, komplett ausgebucht. Ist schon was Anderes als im Sommer, wo es max. 13 Gäste waren, meist eher weniger..

Weihnachten wird definitiv anders als zuhause, aber schön - und vor Allem weiß! :-)

Merry Christmas!

Winterliche Grüße, bei bisher - 24° am kältesten Tag..❄️❄️🐾🐾

Hanko/ Helsinki/ die letzten Tage im Süden

Samstag, 15.12.2018

Egtl sollte der letzte Blog ja schon am 10.12. fertig sein, aber dann ging die Zeit plötzlich so schnell rum, dass ich es einfach verpeilt hab..:-)

Ursache dafür waren meine "123" Holz-Deko-Ideen, an denen ich in den letzten Wochen ab dem späten Nachmittag oft gearbeitet habe (, weil sie bis 11.12. fertig sein sollten) und der mittlerweile wunderschöne, neu gestrichene Schaukelstuhl.. Den hatte ich ja im November auf einem Flair Market gekauft, auf der Farm begonnen, ihn mit Sandpapier immer wieder abzuschleifen und dann creme-farbenen Lack gekauft. Nach ca. 10h Schleifpapier-Arbeit und 2x ganz sowie ein 3. Mal teil-streichen ist er fertig - und wunderschön geworden! :-)  Leider hab ich vor der Fahrt nach Helsinki vergessen, ihn zu fotografieren und hab daher jetzt nur aus einem WhatsApp-Video 2 Screenshots gemacht..tadaaa:

Ich hatte gestern, an meinem Geburtstag, nämlich frei, sodass wir beschlossen haben, etwas zu unternehmen und an die Küste fahren wollten. Wir sind dann nach einem späten Frühstück von der Farm gestartet, haben den Nachmittag erst in Hanko, am südlichsten Punkt Finnlands, verbracht und kamen gestern Abend in Helsinki an, wo wir das Wochenende verbringen: Weihnachtsmarkt, Gospel Konzert, ausschlafen, Küste (ohne Schnee) und (momentan) die Aussicht vom Hotelzimmer genießen, so wie jetzt...😇  Habe nämlich ein wenig Zeit zum nix-tun, da Simone mit Inua auf einer Hunde-Ausstellung ist. 

Rückblick: Geplant war eigentlich, dass sie am 12.12. mittags in Karjalohja ankommt, weil sie erst am 11.12. abends gegen 21/ 22Uhr von Eräkeskus aus losfahren konnte.. Da man ab Anfang Dezember auf finnischen Straßen nur 80km/h fahren darf, dauert es knapp 8h reine Fahrzeit, ehe 630km "abgespult" sind. Morgens 6.05Uhr klopfte es plötzlich an meinem Caravan und obwohl ich im Tiefschlaf war, ging der erste Blick aus dem Fenster - und dort stand der weiße Van mit dem großen aufgedrucken Grönländer-Schnee-Bild!! :-) Die "verrückte Nudel" ist tatsächlich, mit einigen Kaffee-Gassi-Pausen, durchgefahren und hatte somit leider nur knapp 2h Schlaf, ehe mein Wecker klingelte..😬😴❤️

Dafür konnte sie sich später wieder hinlegen und Schlaf nachholen, nachdem wir bis zum frühen Nachmittag zusammen einige Arbeiten (Ziegen füttern, neue Wand- und Seiten-Platten am Treibhaus einsetzen, Saunaholz auffüllen..) erledigt hatten. Socke hat sich auch gefreut wie Sau, sie wiederzusehen, zumal auch Inua, die kleine Grönland-Hündin dabei ist..:-) Die beiden Hunde hatten gestern Nachmittag, an der wunderschönen felsigen Küste bei Hanko, richtig Spaß beim Toben, Schwäne-jagen und Klettern..

Bei so tollem Licht und klarem blauem Himmel waren es viele schöne Fotos, die auf der 2h-Wanderung auf den großen abgeschliffenen Steinen am Wasser entstanden sind und trotz der Kälte, eine besondere Stimmung mit großer innerer Zufriedenheit, die ich am Meer immer empfinde..

Lion King :-) :

Selbst beim Fotos machen in Bauchlage muss man aufpassen, ob man nicht selbst geknipst wird..

"meine" Ostsee, Zufriedenheit, Freiheit..

Im Anschluss gab es, nach langer Zeit, endlich mal wieder einen Döner..auf der Farm in Karjalohja wird nämlich nur vegetarisch gegessen. Folglich hatte ich, nach 4,5 Wochen ohne einen Fitzelchen Fleisch, so einen Heißhunger darauf, dass ich am Anfang der vergangenen Woche sowohl Burger mit Pommes essen war, als auch gestern Nachmittag in Hanko, etwas Herzhaftes brauchte..:-)

Bevor wir morgen nach Karjalohja zurückfahren  und am 18.12. heimkehren nach Eräkeskus, um in die Hochsaison zu starten, in welcher ich bis 6.03. als Volontärin erneut mitarbeite, geht es heute Abend in die Innenstadt von Helsinki: zum Weihnachtsmarkt und anschließend zu einem Gospelkonzert in die große Felsenkirche. Socke und Inua dürfen währenddessen, nach einer ausgiebigen Gassirunde an der Küste am Nachmittag, im Hotelzimmer bleiben und ein wenig schlafen..

Bis bald..

Socke + Caro

Finnische Gegebenheiten, meditative Holzarbeit 2.0

Montag, 03.12.2018

Hätte mir im April jemand gesagt, dass ich nen Teil eines Blogeintrags finnischer Bettwäsche widme, dann hätte ich Denjenigen/ Diejenige (muss man ja dazuschreiben in der heutigen emanzipierten Gesellschaft, oder, wie es in meiner Bachelorarbeit der Fall war, den Vermerk ergänzen, dass der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet wird, aber beide gemeint sind - puh, ist das umständlich! :-D ) für verrückt erklärt ! :-)

Aus aktuellem Anlass, nämlich dem Neubeziehen meines Bettes vorhin, muss ich es erwähnen. Da ist mir nämlich aufgefallen, dass es einen entscheidenden, positiven Unterschied zu deutscher Bettwäsche gibt: finnische Bettbezüge haben oben außen jeweils noch ein Loch bzw. eine absichtliche Öffnung, um mit einer Hand hineingreifen und die Bettdecke ordnen zu könne, wenn sie nach unten gerutscht ist - wie unglaublich praktisch, ehrlich! :-) Ich weiß nicht, wie das Andere machen, aber meine Bettdecke hat nach einer Woche immer ein Eigenleben und "wurschtelt" sich irgendwohin, nur nicht dorthin, wo sie egtl. sein soll - nämlich gleichmäßig und ordentlich verteilt im ganzen Bettbezug. Zur Verteidigung deutscher Bettbezüge muss man sagen (und gleichzeitig IKEA-Designer loben), dass manche Bettbezüge, wie mein blau-grün-kariertes Lieblingsbettzeug zuhause, am unteren Ende mittlerweile eine 30cm lange Öffnung, statt Knopfleiste oder Reißverschluss haben, durch die man das Innenleben schon ganz gut in Ordnung bringen kann..:-)

Zum "Testen der Bettwäsche" darf Socke seit gestern jeden Morgen 5min ins Bett, damit wir gemeinsam unsere Adventskalender aufmachen können. Richtig, mein Knopfi hat seinen eigenen Hundekalender, der pünktlich zum 1.12. von Simone hierher geschickt wurde :-).

Wo wir schonmal bei finnischen Gegebenheiten sind, ist der Sprung von Bettwäsche nicht weit zum Ausschlafen: das kann man in Finnland nämlich an Nikolaus, da der 6.12. hier Nationalfeiertag (Unabhängigkeitstag, Finnlands Geburtstag) ist. Wie geil ist das denn??! :-) Da muss man nicht, so wie ich als Kind (ok, ich geb es zu, auch mit 33 noch *lol*) morgens 6.15Uhr fix zu den Schuhen flitzen, sich freuen, naschen und dann zurückflitzen ins Bad zum Zähne putzen/ waschen/ anziehen etc., sondern kann ausschlafen und später gucken, was da Feines in den Stiefeln versteckt wurde - falls man nicht zufällig 2 verfressene Brüder hat, die einem möglichweise was aus den Schuhen klauen, wenn man zu spät dran ist..:-D!

Ansonsten ist es auch hier in der Vorweihnachtszeit Brauch, Lebkuchenhäuser zu backen und zu bauen und kleine Lebkuchen zu essen, auf Englisch Gingerbread. Total lecker, ich durfte schon naschen..!

Finnische Kinder haben im europäischen Vergleich übrigens auch die kürzesten Schultage und bekommen generell sehr wenig Hausaufgaben - was man hier nicht alles lernt als WWOOFer/in... Unter Anderem bestand die Lektion in der vergangenen Woche aus "Rückwärts-Quadfahren", aber mit Anhänger. Ich kann mit Quad vorwärts und rückwärts fahren, aber rückwärts mit Anhänger nur in der Theorie, wie schonmal im Sommer erwähnt, als ich in Nordkarelien 2 Kanuten mit Van samt Anhänger abholen musste und nicht wenden konnte. In der Theorie alles klar und logisch, aber der Quad mit Hänger reagiert sehr sensibel auf jede Bewegung, sodass ich mehrfach 2m vorfahren musste zum Korrigieren, es aber dann  zügig hinbekommen habe, 25m rückwärts in eine Sackgasse zu fahren, damit wir Holz aufladen konnten - oleoleoleoleeee! :-) Dasselbe Spielchen später nochmal, als der Quad samt vollem Hänger am Hang nicht weiterkam und die Räder durchdrehten: also vorsichtig gerade rückwärts herunterrollen lassen, nochmal weiter rechts probiert, nicht zuwenig und nicht zuviel Gas geben - funzte! :-)

Nach Feierabend bin ich fleißig dabei, meine im Sommer für mich entdeckten, meditativen Holzarbeiten zu gestalten: diesen Baumstumpf hab ich hier auf dem Gelände gefunden und nachdem Esa, der Farminhaber, ihn ein wenig mit der elektrischen Handsäge bearbeitet hat, schnitze ich die Form und Feinheiten nun mit einem Schnitzmesser. Dauert eine ganze Weile, aber da es ab 16.30 so gut wie dunkel ist und die Sauna (der nächste finnische Brauch: so oft es geht und möglichst in Gesellschaft) nur alle 2 Tage abends eingeheizt wird, bleibt genügend Zeit.. Ebenso wie für den Schaukelstuhl vom Flohmarkt, der seit gestern endlich fertig abgeschliffen ist. Aber nach 3h Abschleiferei mit Sandpapier war es auch für mich genug mit mediatitiver Holzarbeit.. 🙈

Socke liegt währenddessen brav unter der Bank oder tobt mit Napsu, wahlweise draußen im Schnee oder quer durchs Wohnzimmer. Er hat sich prima eingelebt und genießt morgens und nachmittags die große Runde, die ich mit beiden Hunden laufe - durch die verschneite Landschaft ist das natürlich erst recht toll. Das Licht morgens ist an kalten, klaren Tagen besonders schön, wie die Sonnenaufgang-Fotos vom vorletzten Blog zeigen. Da waren wir ne halbe Stunde eher dran als vorgestern:

 Bis bald,

Caro und Socke 

Winter/ Ausflug nach Skogby + Ekenäs

Sonntag, 25.11.2018

So allmählich sind seit einigen Tagen endlich Minustemperaturen, das bedeutet tolles Licht,  wunderschöne Sonnenaufgänge, blauer Himmel mit Sonnenschein tagsüber und klare Nächte. .wunderschön zum Gassi gehen, für verschiedene Arbeiten  draußen und auch für die Seele..:-)

Die Tage hier sind (bis es gegen 17Uhr dunkel ist) gefüllt mit Arbeiten, die im Sommer liegen bleiben, wie z.B. das Gelände in Ordnung bringen, Heu-Unterstand bauen, Feuerholz holen/ sortieren, mit der Heckenschere bearbeiten und schichten, Ziegen füttern und Stall reinigen.. 

In den Pausen übe ich mit Socke immer wieder "Ziegen-nicht-jagen"..puh, ist aber schwierig :-🙈😳 Er schnallt einfach nicht, dass die nicht mit ihm spielen wollen.. Neulich beim Schmusen, also in Ziegensprache Kopf-an-Kopf-reiben :-), hab ich mir deren Augen mal näher angeschaut: die haben tolle, dunkle rechteckige Pupillen, sieht eigenartig aus..

An den Wochenenden ist aber frei und Zeit für längere Spaziergänge, für Ausflüge zu Flohmärkten oder ans Meer, wie am letzten Samstag/ Sonntag :-). Da bin ich erst in Salo gewesen, auf einem großen Secondhandmarkt und anschließend war ich mit Socke dort am Fluss spazieren. Sonntag ging es Richtung Küste in die Nähe von Skogby, um das Meer (seit Ende Mai) endlich wieder zu genießen und am Strand spazieren zu gehen - tolle Stimmung, tolles Licht! 

Letzten Mittwoch wollte Esa, der Farmbetreiber, nach Fiskars, wo wir ebenfalls auf einem Flohmarkt waren, weil er nach ein paar Kleinigkeiten gesucht hat. Da das ein halber freier Tag war, wurde einfach getäuscht, denn er benötigte am Samstag Vormittag, also gestern, noch ein wenig Hilfe. Hinterher, gegen Mittag bin ich los, nochmal nach Fiskars und später nach Ekenäs an den Fjord. Aus Fiskars hab ich einen tollen, günstigen Schaukelstuhl abgeholt (jaaaa, er passte in den Raumwunder-Micra, jawoll!), den ich in den nächsten Wochen abends mit Sandpaper abschleifen und neu lackieren möchte. Ab Dezember steht er dann in Simones Red House in Eräkeskus, als Chillout-Zone für alle Mitbewohner und für mich, da ich meinen Hängesessel gerade nicht dabei habe :-). 

In Ekenäs hatte ich das Glück, beim Einkauf eine Flasche Wein umsonst zu bekomme, da die zwar über das Band gezogen, aber irgendwie nicht registriert wurde und somit nicht auf dem Kassenzettel auftauchte..:-) 

Von dort aus sind wir zu einer kleine Halbinsel gefahren, die vom Fjord umschlossen wird, wunderschön zum Spazieren bzw. baden im Sommer. Socke hatte übungshalber ein (schickes grünes) Zuggeschirr an, damit er sich langsam daran gewöhnen kann. Weit konnten wir aber nicht, weil ab 16.30Uhr die Dämmerung einsetzte und ich ausnahmsweise kein Headlight dabei hatte.. Sah aber trotzdem toll aus im Abenlicht:

Bis bald, wir genießen jetzt den nahenden finnischen Winter..

Caro und Socke

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