Übersichtskarte

Porto/ Santiago

Dienstag, 19.11.2019

Was für ein beschissener Tag heute.. Gegen zehn bin ich von der Couchsurfing - Adresse (erster Versuch damit, ist witzig, bei fremden Menschen zu kochen und im Gästezimmer zu schlafen) knapp 3km zum Treffpunkt gelaufen. Da die Fahrerin zu spät kam und ich zu früh dort war (es geschehen noch Zeichen und Wunder! hihi), wartete ich ne halbe Stunde. Als sie dann kam, dachte ich, ich seh' nicht recht. Statt einem Renault Megane, war es ein kleiner Audi A1 und schon 2 Leute samt Gepäck mit ihr drin! Sie hat also tatsächlich 4 Plätze freigegeben, ich hatte nämlich 2 gebucht, aufgrund meines Rucksacks und Socke! Hinten rechts sollte ich sitzen, Socke im Fußraum, meinte sie zu mir. Das muss man sich mal vorstellen. Socke, als großer Collie. In dem hinteren Fußraum. Von nem kleinen Audi A1! Vorn bei mir im Micra, mit ganz zurück geschobenem Sitz, ist das kein Thema. Und wenn keiner gestresst ist und wir Zeit und Ruhe haben, um irgendwo einzusteigen, wär' das auch vorn im Beifahrerfußraum gegangen. Aber nicht so. Es konnte ihr nicht schnell genug gehen, weil einer der Mitfahrer zum Flughafen musste und sie spät dran war. Socke hatte zuwenig Platz, da ich nicht weit genug nach hinten rutschen konnte mit dem Sitz. Denn hinten saßen ja auch noch 2, mit ihren Rucksäcken zwischen den Füßen, da mein großer Rucksack den Kofferraum blockierte. Nach nicht mal 100m hielt sie an, weil Socke 2x knurrte, da ich meine Füße nicht sortieren konnte, durch zu wenig Platz. Und dann musste ich mir natürlich anhören, mein Hund sei nicht gut erzogen, sie hätte Angst und so kann ich nicht mitfahren. Woraufhin ich ihr erklärte, dass Socke sehr wohl erzogen ist und bei mir im Micra auch ab und zu nur vorn im Fußraum liegt - und dass das funktioniert, wenn wir 2min Zeit bekommen, in Ruhe einzusteigen und er sich so drehen kann, dass er hineinpasst! Ist natürlich überhaupt nicht ideal, aber auf kurzen Strecken geht das mal und da er gern mitfährt und schläft, war es bisher nie ein Problem! Auch gestern Nachmittag nicht, als mich der Couchsurfing-Typ am Lavacolla-Parking abholte, wo ich mein Auto abgab. Da saßen wir nämlich auch hinten und Socke lag im Fußraum, ohne Probleme.. Heute Vormittag bin ich dann jedenfalls wütend und fassungslos, mit Tränen in den Augen ausgestiegen, nachdem ich ihr an den Kopf geknallt habe, dass ich sehr frühzeitig extra 2 Plätze gebucht habe und wie sie dann noch so blöd sein kann, 4 Leute samt Gepäck und Hund in nen kleinen Audi zu quetschen?! 🙄😣😥 Ist mir echt noch nie passiert.. Ich stand dort im Regen, genervt und sauer, wusste erstmal nicht, was ich machen und wie ich noch rechtzeitig nach Porto kommen sollte. Denn die ersten zwei Hostels auf dem Jakobsweg waren gebucht, nicht stornierbar. Es ist eh schon nicht angenehm, ohne Auto, mit Rucksack und Hund, auf Andere angewiesen zu sein. Aber es fühlte sich richtig kacke an, in einem Land, wo man mit Hund weder Bus, noch Zug oder Taxi fahren kann, stehen gelassen zu werden :-(. Aber typisch Caro, nach ner knappen Stunde, als Wut und Fassungslosigkeit verraucht waren, funktionierte das Hirn allmählich wieder.

Nachdenken, Plan machen, Handy-Akku ist voll. Gut. Hab dann sofort eine Beschwerde an blablacar geschrieben und meine Fahrtkosten zurück verlangt. Dann fand ich online einen Fahrer für morgen Vormittag (20.11.), von Santiago nach Porto. Wäre also Versuch 2, über blablacar. Als Nächstes schrieb ich Oskar an, erklärte ihm meine Situation und fragte, ob ich sein Sofa noch eine Nacht über Couchsurfing nutzen dürfe. Danach bin ich, immer noch im Regen, mit Socke losmarschiert, knapp 3km zurück und hab mich in ein Café setzen wollen, zum Aufwärmen und Warten. Tja blöd, in Spanien wohl nicht mit Hund. 🙄☹️ So langsam konnten mich heute alle am Arsch lecken - man fühlt sich echt, als wäre man ansteckend krank, wenn man hier mit Hund irgendwohin möchte. Also zogen wir weiter, ich setzte mich beim nächsten Café draußen unters Dach und suchte beide Langarmshirts aus dem Rucksack. Dieses feuchtkalte Wetter gab meiner Laune den Rest, aber sie besserte sich, als eine heiße Schokolade vor mir stand und dauernd Passanten anhielten, mit Socke schmusten, Spanisch mit mir sprachen und ich nur Bahnhof verstand :-). Kurz vor 15Uhr ließ mich Oskar in seine Wohnung, ich konnte heiß duschen und etwas essen.

Jetzt sieht der Tag besser aus, und auch wenn ich einen Tag Küstenwandern verloren habe, bekam ich eine tolle Erfahrung in Sachen Gastfreundschaft dazu 😃. Nicht nur wegen der ungeplanten, zweiten Nacht Couchsurfing, sondern auch wegen gestern Nachmittag: Wir besuchten auf dem Weg zu Oskars Wohnung noch eine Art Museums-Denkmal-Komplex außerhalb von Santiago:

Heute Morgen, nach meinem Wanderfrühstück, auf dem Weg zum Treffpunkt:

 

Beim Warten auf Oskar ließen mich nette Nachbarn in den Hausflur und gaben meinem Knopfi noch einen Kauknochen 😍 :

Und nach der heißen Dusche hatte ich die Wahl, mit dem coolen Duschvorhang mein Wissen über die Namen aller amerikanischen Staaten und afrikanischen Länder zu erweitern oder mich so aufs Sofa zu lümmeln, wie es der Collie am Boden machte :-).. 

Der Tag morgen wird hoffentlich besser, wenn ich mitgenommen werde und gegen 13Uhr etwas nördlich von Porto zu der 20km-Etappe aufbrechen kann, die ich bis zum gebuchten Hostel habe..💪

Sagaldo/ Espinho

Sonntag, 17.11.2019

Gestern Morgen begann der Tag mit tollem Wetter und strahlendem Sonnenschein, sodass wir den Vormittag genutzt haben, um endlich wieder ausgiebiger spazieren zu gehen, nach den kurzen Gassirunden der letzten Tage. Im Anschluss bin ich von Santa Cruz über den Sagaldo-Strand (wunderschöne Weite, ich war mir meiner Simone am 22.10. dort incl. Zeltübernachtung) und Figueira da Foz bis Espinho gefahren, südlich von Porto. 50km vorher wurde das ausnahmsweise geniale Wetter wieder bedeckt und grau, kacke, so soll es scheinbar auch bleiben.. Ich hatte spontan keine Lust auf Camping - wird ja auf dem Jakobsweg dann evtl noch einige Male kommen - und buchte ein kleines Gästehaus bis 18.11.  Nach so vielen Wochen bzw. Monaten unterwegs, meist nur mit Auto und 2 Rucksäcken, bin ich irgendwie in einer eigenartigen, reisemüden, von Eindrücken gesättigten und doch nervösen Aufbruchstimmung. Aufbruch, um endlich im neuen Zuhause anzukommen. Erst in Deutschland richtig verabschieden und dann auf nach Finnland. :-)

Nicht nur einen offiziellen Wohnsitz, sondern endlich wieder ein Haus, ein Zimmer, meine Simone bei mir zu haben. Nicht nur täglich skypen und whatsappen, sondern ankommen und sich zuhause fühlen. Nicht nur aus dem Rucksack leben und von Ort zu Ort ziehen, sondern zu wissen, wo man nun hingehört. Ich weiß, das ist Jammern auf hohem Niveau und ich hab es mir im Februar letzten Jahres selbst ganz bewusst so ausgesucht. Aber bei der Vorplanung im Frühjahr 2018 konnte ich nicht ahnen, dass Amor im Juli 2018 nix zu tun hat und in den Wäldern Finnlands dazwischenfunkt :-). Das hat er gut gemacht, nur hätte er mir vorher gern mal Bescheid sagen können. Ich liebe doch Organisieren und Planen - und das hatte ich nicht auf dem Schirm.. Als Single wäre es vielleicht leichter, losgelöster, um durch die Gegend zu reisen. Andererseits ist es ein wunderschönes Gefühl, zu wissen, dass ich Ende Dezember zu ihr zurückkehren kann und werde. Es ist großartig, jemand Besonderen zu haben, mit dem ich Sorgen, Ängste und Freude teilen kann.

Aber ja nu..ich habe seit langem den Wunsch, zu Fuß mit Hund und Rucksack auf einem Küstenweg wandern zu gehen. Also fertig jetzt mit grübeln, dann machen wir das auch. Die Rota Vicentina war da (um diese Jahreszeit und landschaftlich) genau die richtige Entscheidung als ersten Wanderweg, natürlich nordwärts, grob Richtung Santiago de Compostela. Aber jetzt tatsächlich den Jakobsweg zu laufen und zu wissen, dass das, was ich vor 1,5Jahren begonnen habe, zu planen, nun direkt vor mir liegt, ist trotzdem komisch. Muffensausen vor der eigenen Courage! Und das, obwohl ich zwei Wochen lang mit Socke von Faro bis Sines gelatscht bin! Oder vielleicht "weil" , statt "obwohl" :-). Am liebsten würde ich den Kopf unter die Bettdecke stecken, und warten, bis ich am 6.12. losfahren kann in die Schweiz :-). Ok, ab und an Gassi gehen noch, aber ich halte seit dem 14.11. unsere Runden bewusst kurz, max. ne halbe Stunde 3x am Tag. Mehr nicht, da wir ja bald wieder 5-7h pro Tag unterwegs sind. Aber ich bin immer noch unschlüssig, ob mit oder ohne Zelt. Den Rucksack habe ich gut aussortiert, der ist schonmal wesentlich leichter als beim Start in Faro:-). Doch aufgrund des Wetters ist Camping keine gute Idee, jedoch immer mein Joker, falls ich keine günstige Übernachtung finden sollte.

Nach 2h Etappenplanung vorhin, kam ich zu dem Schluss, es ist machbar ohne Zelt, allerdings müsste ich jedes Hostel oder jede andere Unterkunft anrufen, um vorher zu wissen, was sie für Socke berechnen. Das ist oft ne Frechheit, hier 10/ 15€ zu verlangen. Und an einem offiziellen Pilgerweg dürfte das erst recht nicht der Fall sein. Wir werden sehen, die ersten drei Unterkünfte sind gebucht. Und mit Jana, einer Schweizerin mit Hund, die mich über eine Jakobsweg-Facebook-Gruppe angeschrieben hat, ist zeitgleich jemand unterwegs, um sich ein bisschen auszutauschen. Für heute ists aber erstmal genug Arbeit am Laptop.. Socke hat währenddessen dem Gasthaus-Inhaber beim Kochen zugeschaut und weiß noch gar nicht, was ihm in den kommenden zwei Wochen wieder blüht :-).

Eine coole Wandfarbe hatte ich da in meinem Gästehaus. Durch meist Nieselregen draußen, habe ich von der Umgebung nicht soviel mitbekommen. Dann wünschen wir uns einfach so ein Wetter herbei, wie neulich am Sagaldo Strand und beim Losfahren von Santa Cruz:

Santa Cruz, kurz vor Abfahrt:

Bis demnächst..Countdown läuft: am 19.11. 13Uhr starten wir auf den portugies. Jakobsweg ☀️✨🎉🐾💪

Pause in Santa Cruz

Freitag, 15.11.2019

Gestern ging alles ganz fix.. So kam es mir durch die Wander-Entschleunigung zumindest vor :-). Am letzten Wandertag (13.11.) buchte ich über blablacar eine Mitfahrgelegenheit nach Lissabon, bevor ich mittags in Porto Covo und am Nachmittag auf dem Campingplatz Sao Torpes bei Sines ankam. Die letzte Nacht im Zelt war ganz gut, aber am frühen Morgen begann es immer wieder zu regnen und zu stürmen. Das änderte sich auch nicht, als ich meinen geliebten Micra wieder hatte und über Torre Vedras (Pause bei Mc Donalds! 😬😬😜) nach Santa Cruz fuhr. Dort checkten Socke und ich am Nachmittag zur dringend benötigten Wanderpause in einem kleinen Hotel für 2 Nächte ein. Beim Gassi - Spaziergang stellte ich fest, dass es hier, ganz im Gegensatz zum Süden, schon total leblos und fast ausgestorben war. Bürgersteige hochgeklappt, Rollos unten, viele Läden geschlossen, puh..irgendwie komisch 😣😳. Automatisch guckte ich später am Abend regelmäßig aus dem Hotelfenster nach meinem Auto, hatte kein gutes Gefühl.

Aber die zwei Nächte wird schon alles gut gehen. Ich war ja nur hier, um den Strandlauf-geplagten Waden ein wenig Erholung zu geben, auszuschlafen und mich ein wenig auf den portugies. Jakobsweg vorzubereiten. Wettertechnisch ging es bescheiden weiter (wir kamen vorhin in einen üblen Hagel-Sand-Regen-Sturm) und auch in Porto sah es für die folgenden zehn Tage nicht gut aus... Kacke, nach zwei Wochen fast regenfreier Wanderung, hatte ich jetzt keine Lust auf nasse Klamotten und einen nassen Rucksack. Denn für den Weg von Porto nach Santiago werden wir auch nochmal 12 Tage benötigen, wenn auch wahrscheinlich ohne Zelt. Dazu muss ich nachher noch herausfinden, ob die Pilger-Herbergen, wenn davon noch einige offen sind, in der Nachsaison Hunde erlauben. Aber wir haben noch ein wenig Zeit, bis es losgeht. Gerade scheint mal kurz die Sonne, das nutzen wir für eine Gassirunde..

Nachtrag 3h später: Nix wars mit Sonne, denn als wir gerade 20min unterwegs waren, begann ein Sand-Hagel-Regen-Sturm vom Feinsten! Obwohl wir in die Gegenrichtung losgeflitzt sind, stoppte Socke immer wieder, weil er Sand in die Augen bekam und schob den Kopf zum Schutz an meine Oberschenkel. Hinter eine Hecke warteten wir dann 10min, bis es ein wenig besser wurde und liefen im Dauerlauf zum Hotel zurück. Und sowas nennt sich Pausentag 😣🙄. Später gab es leckere Thunfischpizza und Ananas, ansonsten wirklich Chillout-Modus für Mensch und Hund.. 🐾😇 Morgen geht es Richtung Figueira da Foz, aber ohne zu wandern, auch noch als Pausentag.. 

Auf unserer Mitfahrgelegenheit nach Lissabon:

Den musste ich beim Einkauf mitnehmen :-) :

Santa Cruz :

Bis bald,

die 2 Schlafmützen 🐾😇

Ribeira da Azenha - Sao Torpes/ Sines

Mittwoch, 13.11.2019

Aus egtl 16,5km für die heutige Etappe sind 14km-chen Tagesdistanz geworden, durch eine spontane Abkürzung möglichkeit für Wanderer. Das mögen zwar 5km weniger als mittlerweile üblich gewesen sein, dafür war es heute nochmal echt hart. An wunderschöner Küste brauchten wir morgens 2h 45 für die 6,5km nach Porto Covo - alles am Strand und in den Dünen entlang! 🙄😳🙈🌊 Daher gönnte ich mir und Socke ne lange Mittagspause in einem Cafe. Wir ließen uns Zeit in Porto Covo, zum Kuchen essen, Aussicht genießen und ausruhen.. ☀️🐾 Ich konnte nicht ahnen, dass auch die letzten 8km wieder tiefsandig wurden, ab etwa 1km hinter Porto Covo 🙄😣. Positiv zu erwähnen ist hierbei, dass der Trail Richtung Sines, für den an allen offiziellen nfotafeln "under construction" angegeben war, sehr wohl schon bestand, markiert war und bewandert werden konnte! ☀️💪 Hätte ich nicht gedacht.. 😂 Jedenfalls habe ich, nach ganz vielem Fluchen ("welcher Idiot kommt bitte auf die Idee, Wanderer km-weit durch Strandsand zu schicken?! Als kurzen Spaziergang vielleicht, aber wer soll denn das als Fernwanderung laufen?! Sind die egtl bescheuert?? 🙄😳😕"), aufgegeben, bin querdüneein zur Straße marschiert und durch den Zaun gekrabbelt. 3 statt 6km später, waren wir erfreulicherweise schon am Ziel, weil es von der Landstraße aus einen Wanderweg hinüber zum Campingplatz gab, während die Autos noch 2x rechts abbiegen und 3km weiterfahren mussten.

Blöderweise lebt hier auf dem Platz eine wilde Katzengruppe, sodass Socke beim Zeltaufbau bald durchgedreht ist, statt sich auszuruhen 🙄🙈. Also sind wir ins Zelt gekrochen, Tür zu, fertig luschtig. Ausruhen ist angesagt, duschen reicht später auch noch :-).

 

Zwei tolle Momente heute: die Steine mit den Buchstaben von mir und meiner Simone :-) ❤️ und Der Käsekuchen in Porto Covo:

Den Super Bock hatte ich heute zwischenzeitlich nicht mehr.. 😕😳🙈, obwohl Sines samt Industrie schon in Sicht war, siehe unten:

We did it! Wir haben die Rota Vicentina (Bild oben) tatsächlich geschafft!! :-)  Da sie egtl in Lagos beginnt, haben Socke und ich, bis auf 2x 11km Auto-Unterstützung alles zu Fuß bewältigt, meist auf dem hellblau eingezeichneten Fishermen's Trail, mal auf dem grün dargestellten historischen Weg.. 🐾❤️💪✨☀️🎉🐾 Ich glaube, so langsam raff ichs in der Birne, ist schwer zu glauben. Dieses Rucksack-Reißen ohne Auto und ohne kompletten Plan war ne ganz neue Erfahrung für mich. Muss ich heute Nacht noch sacken lassen.. :-) 

 

Almograve - Ribeira da Azenha

Dienstag, 12.11.2019

Alter Falter, 24km!!!! 2 - 4 - k - m!! Ich will mich ja nicht selber feiern, aber ausnahmsweise : oleoleoleeee ☀️💪🎉🎉🐾🐾

So, gut jetzt. :-) Wir sind heute Morgen, nach langem hin-und-her-Überlegen (bezüglich der Etappenlänge), 9.30Uhr auf die 12,5km Richtung Vila Nova de Milfontes gestartet. Aber nicht auf dem offiziellen Weg, sondern auf einem Wanderweg im Landesinneren mit rotgelber Markierung. Socke hatte immer noch Probleme im rechten Auge wegen ner beginnenden Bindehautentzündung von dem ständigen Wind und außerdem war der Küstenweg mit 15km ausgeschrieben - davon wahrscheinlich 10km sandige Pfade 🤔🙄. Also hab ich meine Wander-App und einen Weg im Landesinneren vorgezogen, mit Hinblick auf die vielen Gesamt-Kilometer heute. Zwei Kuhweiden  und zwei Pausen voller Demotivation und "Nase voll" später, kamen wir 12.30Uhr in Vila Nova de Milfontes an. Eine lange Pause, Cappu samt Pastes de Nata waren angesagt, was Anderes konnte meine Laune nicht retten. 11km Restweg zeigte die App 13.15Uhr an, bis zum Praia de Aveidos, wo ich von den Hostel-Inhabern netterweise aufgesammelt wurde. Es ging die letzten 8km durch wunderschönes Dünenhinterland, mild und windstill. Kurzer Sockenwechsel war nötig und als ich 14.20Uhr weiter wollte, schlief mein Collie neben mir. Hm. Also gut, schlaf du mal, ich warte :-). Da er sich aber von jedem Hummelchen ablenken ließ, schlief er nicht lange, wir konnten weiter - und machten 3km später die nächste Pause. Da versprach ich ihm, dass ich auf den letzten 2km, die wunderschön am Strand entlang liefen, seinen Rucksack trage. Zur Belohnung gab es für ihn (nicht für mich) daraus immer mal ein kleines Stück Restfleisch, denn in Vila Nova de Milfontes habe ich spontan bei einem Metzger hineingeschaut und gefragt, ob sie einige Reste für meinen Hund haben. Hatten sie :-) und wie. Da hat sich jemand riesig gefreut! Ein letztes Belohnungsstück gab es für ihn, als wir mit einem Strand-Shuttle gegen 17Uhr ankamen in dem kleinen Gästehaus in Ribeira de Azenha. Seitdem pennt er.. 🐾😴

Ich war erstmal duschen, Klamotten waschen und kochen.. Ist eine nette, kleine Unterkunft, Hostel - ähnlich, aber fast alles Einzelzimmer und total günstig. Morgen früh geht es auf die letzte offizielle Etappe der Rota Vicentina schon um9 los, wenn ich wieder mitgenommen werden möchte zum Strandparkplatz, um von dort aus weiterzulaufen..

Märchenwald und Stöcke sammeln:-) :

Mittagspause:

8km vor dem Ziel, Sockenwechsel und Koma:

So müde kann er nicht sein, wenn er nach 23km immer noch Riesenäste schleppen kann! :-) 

Wieder auf dem offiziellen Fishermen's Trail: der letzte Kilometer bestand nur aus Sand..also doppelt so lang, 3x so anstrengend und 4x so schön - einfach atemberaubend! 

Zambujeira do Mar - Almograve

Montag, 11.11.2019

Mit echt Muskelkater in den Waden von den vielen sandigen Pfaden gestern, starteten wir heute Morgen von dem kleinen Zimmer, das ich im Campingpark Zambujeira gebucht hatte. 18km waren geplant, 9.30Uhr sind wir los. Da Sockes rechtes Auge heute Morgen durch den Wind der letzten Tage, nen riesigen Schleimpfropf drin hatte, beschloss ich, den direkten, windigen Küstenweg zu meiden und an der Landstraße entlang zu gehen. 4km weiter ist zum ersten Mal passiert, wovor ich von Beginn an Angst hatte. Socke wurde von einem große, frei laufenden Hund, der mitten auf dem Weg lag, angegriffen. Ich ließ aber sofort die Leine fallen lassen, damit er abhauen konnte und brüllte den anderen Hund an. Er versuchte nur, Socki in den Hintern zu zwicken und drehte dann ab. Arschloch! 😣😳😕 Dadurch konnte ich nicht der offiziellen Wegmarkierung folgen, sondern bin zurück auf die Landstraße, kam zwar super voran, aber eben auf langweiliger Strecke. Mit diesem Umweg wurden es dann doch 20km, davon 1h im Nieselregen und an 3 Kuhweiden vorbei, aber 15.10Uhr erreichten wir Almograve 😇🐾. Während der Mittagspause rief ich zuvor noch das gebuchte Hostel an und klärte ab, dass ich nen Hund dabei habe. Mit dem Ergebnis dass ich nur draußen im Garten zelten dürfte, aber nicht hinein. Zwei Anrufe später hatte ich eine Hotel - Alternative gefunden, bin aber doch erst zu dem bereits gebuchten Hostel gelaufen. Und nach 10min voll Erklärungen und Versichern, dass Socke in den nächsten Stunden eh nur pennt, keinen Mucks macht, lieb ist und wir nur noch 1x kurz rausgehen zum Pipi machen, durften wir bleiben 💪💪😬. Bin später noch ne Stunde alleine los Richtung Strand, weil es aufklarte und wunderschönes Licht war.

Als Socki nach dem Füße- ablecken ins Koma fiel, war ich nochmal eine Runde am wunderschönen Strand von Almograve: ❤️

Bis morgen..🐾☀️💪😇

Sao Miguel - Zambujeira do Mar

Sonntag, 10.11.2019

Die letzte Nacht haben wir mit dem Zelt unter Dach verbracht, weil es von 18-20Uhr regnete. Heute Morgen kamen wir nicht ausm Knick, sind wieder erst 10Uhr los und waren erstmal kurz frühstücken.. Ohne was im Magen und ohne Wegzehrung kann ich keine 19km-Etappe laufen. 

Und was für ne Hammer-Etappe!! Unfassbar schön und unfassbar heftig.. 14km an der Küste entlang und größtenteils auf Sand, meine Fresse, war das übel! Man kam kaum voran..dementsprechend spät erreichten wir heute unser Ziel. Und ab 4km vorher war mir alles egal und ich hab abgekürzt, was ging. Ging natürlich auf den sandigen Pfaden nicht viel, dafür haben wir den Küstenweg links liegen lassen und die besser laufbare Straße genommen. Wir waren echt im Eimer und Socke nur noch schwer motivierbar. Dafür war es tatsächlich die bisher schönste Etappe von Erreichen der coolen Flussmündung bei Odeceixe, bis kurz vor Zambujeira do Mar.  90% an der Küste, tolle Ausblicke, aber es ging auch einige Male steile Geröllwege hinunter und drüben wieder rauf, später so zugewachsene, niedrige Wege hindurch, dass ich 2x auf die Knie hinuntermusste mit dem schweren Rucksack - ich hab mehrfach geflucht! 😕🙄 Und auch heute kamen uns viele Wanderer entgegen, der Teil wird wahrscheinlich auch gern als Tageswanderung genutzt, weil es so schön ist. Dafür bin ich heute zum ersten Mal echt unfreundlich geworden, weil wir ständig angestarrt werden, oft wirklich lange und ohne Erklärung. Geht mir aufn Sack! 😣 Also hab ich die beiden Mädels, die es dann eben getroffen hat, gefragt, was an uns so bekloppt aussieht, dass sie so starren. Und sie sollen das doch bitte sein lassen, fühlt sich nicht gut an.. Darauf kam gar kein Kommentar, nicht mal ne Entschuldigung, aber sie haben weggeschaut. Nur weil ich einen großen und der Collie nen kleinen Rucksack trägt, muss man uns nicht immer  anschauen wie Aliens - und dann noch nicht mal hallo oder irgendwas sagen.. 🙄🤔

Wir kamen jedenfalls 16.45Uhr in Zambujeira do Mar an, völlig im Eimer. Und ich war so froh, für heute ein kleines Zimmer gebucht zu haben, mit Bad - und nicht noch 50m bis zum Waschhaus zu müssen. Werd demnächst, nachdem ich noch ein paar Klamotten im Waschbecken gewaschen habe, ins Bett fallen. Heute reicht es irgendwie einfach, Akku runter..🙈

2x 3km Weg und trotzdem nur 400m Luftlinie weiter als gestern Nachmittag, auf der anderen Seite der Flussmündung vom Rio Seixe:

Den Ausblick hatten wir gestern - von gegenüber:

 

Beeindruckt von der Schönheit des Weges - und wirklich platt..gehen wir jetzt schlafen. Ko! :-) 

Rogil - Praia de Odeceixe - Sao Miguel

Samstag, 09.11.2019

Heute Morgen sind wir ein wenig demotiviert von Rogil losgezogen, trotz Aussicht auf eine schöne Küsten-Etappe. Ich hatte ein Zimmer, was ja dann eine kleine FeWo war, mit Frühstück gebucht - und habe heute früh keins bekommen. Dazu kam, dass ich heute Nacht dermaßen gefroren habe in der dünnen Decke ohne Heizung, dass ich oft wach war..grmpff. Kein guter Start für die geplanten 18km. Egal, unterwegs gab es zwei Bananen und nen Müsliriegel und nach 5km gelangten wir auf dem Fishermen's Trail endlich direkt an den Atlantik. Dummerweise war der Weg nun häufig sandig und lief sich schwer, hatte aber tolle Ausblicke, weil er oberhalb der Klippen entlang lief. Nach 11,5km erreichten wir Praia de Odeceixe und genossen unsere Mittagspause mit Aussicht. Im Anschluss ging es entlang der Flussmündung, bis wir 15.45Uhr, kurz hinter Odeceixe, zum Campingplatz Sao Miguel kamen. Schluss für heute, sonst streikt mein Collie..:-) Der wollte heute 3x Frühstück haben oder 2x Frühstück, Mittagessen und nachher wahrscheinlich noch Abendessen - frisst mir zur Zeit die Haare vom Kopf :-).

In den letzten 2 Tagen war tolles Wetter und in den Nächten kein Regen. Jetzt, wo ich nach 4 Tage  Hotel bzw. Hostel, mal wieder zelte, regnet es natürlich kurz nach dem Aufbau.. Aber ich hab mich sicherheitshalber wieder in die Nähe der Waschräume gestellt, sodass ich unters Dach flüchten kann, wenn nötig. Momentan haben wir es uns im Damenduschraum an der Steckdose gemütlich gemacht 😂😂, der Platz ist eh fast leer. Socke dürfte egtl gar nicht hier sein: obwohl ich online gecheckt habe, ob Tiere erlaubt sind, durfte er nur ausnahmsweise rein, denn Hunde sind verboten 🙄😕. Nun schläft mein Knopfi erst einmal, er muss ja morgen fit sein, wenn es bis Zambujeira do Mar geht..

Rio Seixe, mündet bei Odeceixe in den Atlantik:

Belohnung muss sein, kurz warten auch :-) :

Bis morgen.. 🐾🇵🇹☀️

Arrifana - Rogil

Freitag, 08.11.2019

Was für ein beschissener Tag mit ner bekloppten Streckenführung.. 🙄🤔 Wäre ich meiner maps.me-App gefolgt, hätte ich mir 3 km durch ödes Hinterland gespart. Ich weiß schon, warum ich lieber den Fishermen's Trail gehe, statt den Historischen Weg der Rota Vicentina. Letzterer führt dauernd an Kuhweiden oder  irgendwelchen einsamen Gehöften vorbei mit freilaufenden Hunden, oder km-weit auf staubigen Pfaden durch Ackerland - dafür brauch ich nicht mit 16kg-Rucksack (hoffentlich nicht mehr kg) durch Portugal wandern.. 😕🙈🙄

So, genug abgekotzt. Auch wenn es heute früh wirklich psychologische Kacke war, auf dem Weg von gestern knapp 2km zurückgeführt zu werden, um dann die Abzweigung nach Aljezur zu erreichen, kamen wir doch auch heute irgendwann mal am Ziel an. Es zog sich zwar wie Kaugummi und waren etwas mehr als 19km (statt 15km mit meiner Wander-App..grmmpff), aber 15.45Uhr waren wir in Rogil und haben als Unterkunft für heute eine kleine Ferienwohnung. Das hab ich doch vorhin direkt genutzt, bin, während die Waschmaschine lief, die 150m zum Mini-Supermarkt zum Einkaufen geschlurft, um anschließend schön zu kochen. Ich hab selten 18Uhr Abendessen gehabt, aber so ähnlich muss es später einmal im Altersheim sein 😬😂. Schweinegulasch mit Pilzen und Bratkartoffeln und Schoki zum Nachtisch - genial! :-) Ich habe es wirklich vermisst, mal wieder selbst zu kochen - erstaunlich, was man so feststellt beim Wandern.. :-) Dummerweise hatte ich heute auch noch 300g mehr zu tragen, weil ich Dussel im Hostel in Arrifana ein Buch aus dem "Nimm-Bring-Regal" eingepackt habe. Muss es also an den folgenden zwei Abenden fertig lesen, um es nicht ewig mitzuschleppen 🙈. 

Ab morgen geht es tatsächlich komplett auf dem Fishermen's Trail weiter, der Küstenvariante der Rota Vicentina. Aussichtsreicher, schöner, imposanter und hoffentlich wieder einsamer. Denn erstaunlicherweise traf ich heute auf dem Weg insgesamt 17 Wanderer, nachdem es an den letzten beiden Tagen max. 2 proTag  waren. Aber alle kommen mir entgegen, ich bin irgendwie die Einzige, die nordwärts läuft..🤔🤔 Egal, soll mir wurscht sein. Kurz hinter Aljezur war es witzig: da  stand ein Mädel mit ihrem Campervan, die kurz den Kopf herausstreckte, weil ich auf der App nach dem richtigen Weg geschaut hab. Dann sagte sie auf Englisch: "hey, ich kenne deinen Hund! Du warst vor einigen Tagen an der Südküste unterwegs, da hab ich euch auch schon gesehen!" :-) Wie cool ist das denn, Socke wird wiedererkannt?! :-) 😬🐾 Beim Frühstück im Hostel heute Morgen war er auch schon der absolute Liebling, weil jeder mit ihm schmusen wollte und ich wirklich Mühe hatte, ihn brav liegend neben meinem Tisch zu halten ❤️🙈.

Nun ist der Abwasch dran, dann Füße hochlegen, Sockes Pfoten eincremen (er liebt Hirschtalg, wird also nicht einfach!), duschen und morgen geht es an den Praia da Odeceixe.. ☀️☀️

Oben: viel trockenes, scheinbar niedergebranntes Land, unten Aljezur:

Pause/ Carrapateira - Arrifana

Donnerstag, 07.11.2019

6.11., Carrapateira:

Spontan beschloss ich am Morgen, nach einigen Überlegungen und Planungen der weiteren Etappen, in dem kleinen Guesthouse in Carrapateira meinen ersten richtigen Pausentag einzulegen. Bis auf 1,5km zum Supermarkt und zurück sowie einem Spaziergang zum Aussichtspunkt Pontal da Carrapateira, machten wir nix.. Nur ausruhen, Strecke auf der Karte einzeichnen, ein paar Pilates - Übungen und einfach mal relaxen ☀️😎. 

Am Vormittag auf dem Weg zum Mini - Supermarkt merkte ich wieder, wie klein die Welt doch ist. Als ich nämlich vor der großen Karte mit der eingezeichneten Rota Vicentina stand, sprach mich ein deutsches Paar an. Ich erkannte sie, konnte sie aber nicht gleich einordnen. Dann fiel der Groschen, ich hatte sie 2 Tage zuvor beim Frühstück in der Vila da Luz getroffen :-)! Wir redeten einige Minuten, unter Anderem über den Weg zur Pontal da Carrapateira, die ich am Nachmittag, nur spazierend, erkunden wollte. Eine halbe Stunde und durch das neue Trockenfutter 4kg schwerer, war ich zurück im Cato-Guesthouse. 

Bei Hammer-Wetter konnten meine gewaschenen Klamotten trocknen und wir uns mental auf die nächste Etappe nach Arrifana vorbereiten..  Bis Sines, dem Ende der Rota Vicentina, brauche ich nach meiner Planung, noch 7 Tagesetappen, also bis 14.11. Dann bleiben 4 Tage, um Lissabon zu erreichen, dann wieder mit täglicher Auto - Unterstützung. Aber genug der Planung, die Landschaft hier ist zu schön, um sie nicht zu beachten. Ich war am Nachmittag auf dem Spaziergang wirklich überwältigt :

7.11., Arrifana:

Aufstehen, packen, frühstücken - 10Uhr bin ich mit nem unmotivierten Socke gestartet und hab mich anfangs erstmal über die beschissene und nicht ausgeschilderte Wegführung geärgert. Hinterm Strand ging es durch sandiges und matschig-nasses Gelände ohne Wegmarkierung. Wäre ich gleich vorn am Strand entlanggelaufen, hätte ich mir viel Zickzack und fluchen erspart.. Trotzdem waren wir in Rekordzeit in Arrifana: nach nur 5h 15min, incl. 2 Pausen, erreichten wir das Destination Hostel. Die reine Wanderzeit betrug dabei 4h 25min für knapp 20km und das auf teilweise langen, sandigen Abschnitten, oleoleoleoleee 🐾💪🎉☀️🐾! :-) Mit unseren Wasserrationen kommen wir mittlerweile auch prima hin, ohne unterwegs nachfüllen zu müssen, da ich morgens mit knapp 2l für Socke und mich starte. 

Hier gibt es nen kleinen Pool, ich wollte vorhin wirklich reinhüpfen - ehrlich! - aber der is sooo kalt, dass ich nur Hände und Füße hineingehalten habe.. 😳🙈  Socke pennt oben im Zimmer und ich sitz in der Sonne und gönne meinen Füßen ihre wohlverdiente Pause.. :-) 

Mittagspause nach 10km und Pflasterwechsel:

5km vor Arrifana, nochmal bergab-bergauf:

Chillout-Zone, das Destination Hostel in Arrifana:

 Bis morgen, dann von Rogil aus .. :-),

die 2 müden, aber stolzen Wanderkameraden

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